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Kinder- und Jugendkriminalität weiter rückläufig - mehr Gewalt und Betrügereien

Kriminalitätsstatistik 2003

Bundesinnenminister Otto Schily hat anlässlich der Vorstellung der polizeilichen Kriminalstatistik 2003 eine insgesamt positive Bilanz für die innere Sicherheit Deutschlands gezogen. Deutschland gehöre zu den sichersten Ländern der Welt, sagte Schily am 3. Mai in Berlin. Die grundsätzlich positive Bilanz werde allerdings durch den Anstieg bei Gewalt- und Betrugsdelikten getrübt, durch die die Gesamtzahl der polizeilich erfassten Straftaten um ein Prozent gestiegen sei.

Als positiv wertete der Minister den erneuten Rückgang von schweren Gewaltdelikten wie Mord und Totschlag um vier Prozent. Erfreulich sei auch die Abnahme der registrierten Straftaten bei Diebstahlsdelikten um zwei Prozent. Die Zahl der Ladendiebstähle, der Wohnungseinbrüche und der Kfz-Diebstähle ist in den letzten Jahren signifikant zurückgegangen. "Die Gefahr in Deutschland bestohlen zu werden hat seit 1998 kontinuierlich abgenommen", sagte Schily.

Einen Schwerpunkt setzte Innenminister Schily auf die Kinder- und Jugendkriminalität. Die Zahl der tatverdächtigen Kinder ist im Jahr 2003 deutlich um 6,1 Prozent zurückgegangen. Gegenüber dem Jahr 1998 ergibt sich sogar eine Gesamtreduzierung von über 17 Prozent bei diesen Delikten. Eine ähnliche Entwicklung ist auch bei den Straftaten Jugendlicher zu beobachten: Die Anzahl der tatverdächtigen deutschen Jugendlichen nahm gegenüber dem Vorjahr um 1 Prozent ab, die der tatverdächtigen nichtdeutschen Jugendlichen um 2,8 Prozent. Gegenüber dem Höchststand von 1997 bedeutet das einen Rückgang von 19 Prozent.

"Der anhaltende rückläufige Trend bei Kindern und Jugendlichen bestätigt den Kurs der Bundesregierung seit ihrem Amtsantritt," erklärte Schily. Dies müsse Ansporn sein, die Anstrengungen zur Verhütung der Kinder- und Jugendlichendelinquenz weiter fortzusetzen, was nur in enger Zusammenarbeit von Bund und Ländern gelingen könne.

Minister Schily hob hervor, dass das Fehlen von Ausbildungsplätzen die Kriminalität Jugendlicher fördere. Die Aufgabe, allen Jugendlichen einen Ausbildungsplatz zu beschaffen, sei deshalb für die Innenpolitik von besonderer Bedeutung.

Besondere Sorge bereitet dem Innenminister das Ansteigen des Waren- und Kreditbetrugs, der im Vergleich zum Vorjahr um 22,8 Prozent zunahm. Der Betrug mit rechtswidrig erlangten Geldkarten ohne PIN wuchs sogar um 59,9 Prozent. Schily appellierte an den deutschen Einzelhandel solchen Betrugsfällen vorzubeugen, indem bei Zahlungen mit Geldkarten das PIN-gestützte Zahlungsverfahren angewendet werden sollte.

Der statistische Anstieg von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (um 1,4 Prozent) und von Vergewaltigungen (um 1,8 Prozent), spiegelt nach Auffassung von Experten weniger die tatsächliche Entwicklung, als vielmehr eine verstärkte Aufklärung durch die Polizei und ein ausgeprägteres Anzeigeverhalten der Bevölkerung wider.

Beim sexuellen Missbrauch von Kindern nahm die Zahl der registrierten Fälle um 3,6 Prozent ab. Allerdings müsse in diesem Deliktbereich von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden, sagte Schily. Umso wichtiger sei daher die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für diesen Kriminalitätsbereich.

Erfreulich sei nach Schilys Worten, dass die Gesamtaufklärungsquote um 53,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen sei. Damit Deutschland, wie in den vergangenen Jahren, im internationalen Vergleich auch weiterhin zu den sichersten Ländern der Welt gehöre, bedürfe es neben einer umfassenden Präventionsarbeit auch einer konsequenten repressiven Vorgehensweise der Sicherheitsbehörden.

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