"Tag der Arbeit"
Bildung für alle in einem friedlichen und sozialen Europa gefordert
"Die europäischen Gewerkschaften werden die Gestaltung Europas nicht den Wirtschaftsbossen weltweit agierender Konzerne überlassen. Profitmaximierung ist ein schlechter Ratgeber, wenn es um die soziale Verfassung Europas geht ", sagte Stange. Sie warnte Arbeitgeber und Regierungen davor, die Menschen im vereinten Europa gegeneinander auszuspielen. "Wir werden Sozialdumping und Arbeitsplatzvernichtung mit aller Macht bekämpfen."
"Bildung ist die soziale Frage des 21. Jahrhunderts. Das Bildungssystem muss seinen Beitrag leisten, möglichst vielen Menschen Chancen für ein Leben in Zufriedenheit und Wohlstand zu eröffnen. Soziale Gerechtigkeit ist das beste Pfand gegen Gewalt und Rassenhass", sagte Stange. In Deutschland müssten endlich die Konsequenzen aus den PISA-Erkenntnissen gezogen werden.
"Bildungschancen werden schon in Krippen und Kindertagesstätten vergeben. Deshalb müssen qualifizierte, kostenlose Betreuungsangebote für alle Kinder geschaffen werden. Das deutsche Schulsystem, das Kinder und Jugendliche strikt nach ,Guten' und ,Schlechten' ausliest, gehört auf den Müllhaufen der Geschichte. Das hat uns das Beispiel der skandinavischen Länder gelehrt", betonte die GEW-Vorsitzende. Deutschland brauche Schulen mit einer ausreichenden Zahl von Lehrkräften, damit kein Unterricht ausfällt und Lehrer Zeit für die Schüler haben.
Sie verlangte, dass der Anteil der Menschen mit akademischer Ausbildung in den nächsten zehn Jahren auf mindestens 40 Prozent eines Jahrgangs gesteigert werden müsse. Studiengebühren einzuführen, weise in die falsche Richtung. "Wer die Anforderung ,lebenslangen Lebens' ernst nimmt, darf den Weiterbildungsbereich nicht gegen die Wand fahren, so wie das im Moment passiert. Lernen ein Leben lang gilt nicht nur für Manager und Akademiker", sagte Stange. "Das Bildungssystem zu reformieren, ist nicht zum Nulltarif zu haben. Wenn die Politik die finanziellen Rahmenbedingungen sichert, findet sie in der Bildungsgewerkschaft einen starken Partner für qualitative Reformen."
Die GEW-Chefin griff Bayerns Ministerpräsidenten, Edmund Stoiber (CSU), scharf an. "Mit der Erhöhung der Arbeitszeit im öffentlichen Dienst werden tausende Arbeitsplätze vernichtet. Jungen, gut ausgebildeten Menschen wird der Einstieg ins Berufsleben verwehrt", unterstrich sie. Die Beschäftigten würden durch die unbezahlte Mehrarbeit um ihren Lohn betrogen. "Das ist eine Steilvorlage für die Arbeitgeber in der Wirtschaft in Deutschland und den anderen Staaten Europas." Stange kündigte den massiven Widerstand der Gewerkschaften gegen den geplanten Sozialabbau an.
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Am 03. Mai. 2004 unter:
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