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Internationale Truppen fördern Prostitution im Kosovo

Frauenhandel

Die Präsenz internationaler Truppen und Organisationen im Kosovo hat zu einer starken Zunahme von Frauenhandel und der illegaler Sexindustrie in der Region geführt. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation amnesty international. So kommen etwa 20 Prozent der Freier, die 2002 für 80 Prozent des Umsatzes sorgten aus den Reihen der internationalen Kräfte. Viele Frauen und Mädchen würden in die Sklaverei verkauft, bedroht, geschlagen, vergewaltigt, eingesperrt und zur Prostitution gezwungen werden. Die Organisation kritisierte auch den Umgang der Behörden im Kosovo mit dem Frauenhandel. So würden die gehandelten Frauen und Mädchen oft verhaftet und der - im Kosovo illegalen - Prostitution oder des illegalen Aufenthalts angeklagt und verurteilt.

Anschließen würden sie häufig in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Da KFOR-Soldaten und internationale wie lokale Polizeikräfte zu den Freiern zählten, fehle den Frauen und Mädchen vielfach das Vertrauen, sich in die Obhut dieser Kräfte zu begeben. Die Peiniger gingen dagegen meistens straffrei aus.

Welche Ausmaße und Auswirkungen der Frauenhandel auf die Betroffenen hat, zeige ein Bericht, den amnesty international im Rahmen ihrer zwei-jährigen Kampagne "Hinsehen & Handeln: Gewalt gegen Frauen verhindern" gestern veröffentlicht hat. Viele der gehandelte Frauen kommen danach aus den ärmsten Ländern Osteuropas. "Armut und Gewalterfahrung sind die Hauptursachen, die Frauen in die Arme der Menschenhändler treiben. Sie träumen von einem besseren Leben im Westen", sagte Jan Digel, Kosovo-Experte von amnesty. Gleichzeitig kämen immer mehr Zwangsprostituierte aus der Provinz selbst. Zunehmend würden Frauen aus dem Kosovo in die westlichen Länder Europas verkauft.

Laut dem bericht von amnesty international haben auch deutsche KFOR-Soldaten im benachbarten Mazedonien im Jahr 2000 regelmäßig Dienste von teilweise minderjährigen Zwangsprostituierten in Anspruch genommen. "Wir kritisieren, dass das Verteidigungsministerium bisher keine Untersuchungen angestrengt hat und die deutschen Soldaten bisher nicht strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wurden," sagte Digel.

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