Renewables 2004

Konferenz für Erneuerbare Energien startet in Bonn

Die internationale Konferenz für Erneuerbare Energien hat heute in Bonn begonnen. Erwartet werden etwa 1.500 Teilnehmende aus über 150 Staaten der Erde. Rund 100 Minister haben ihr Kommen angekündigt. Sie werden darüber verhandeln, wie erneuerbaren Energien weltweit zum Durchbruch verholfen werden kann. Zum Auftakt hoben verschiedene Umweltorganisationen die Wichtigkeit der Konferenz hervor. Diese komme aber nur zum Tragen, wenn die Konferenz verbindliche Entscheidungen hervorbringe. So forderte der WWF verbindliche Vereinbarungen zum Ausbau von klimaschonenden Energieträgern wie Sonne, Wind und Biomasse. Worldwatch und Germanwatch bezeichneten die Renewables 2004 als ?historische Chance für die Welt?, die derzeitigen Energieprobleme zu überwinden.

"Das Fehlen rechtsverbindlicher Ziele in der geplanten Konferenzdeklaration erzeugt jetzt mehr Druck auf die Regierungen und internationalen Organisationen, um konkrete Taten folgen zu lassen, welche das globale Energiesystem in eine neue Richtung bringen - bevor es zu spät ist", erklärte Christopher Flavin, der an den Konferenzvorbereitungen beteiligt war und als Delegierter teilnimmt. Die Weltpreise für Rohöl hätten ein seit fast zwei Jahrzehnten Dauerhoch erreicht - gleichzeitig seien die Aussichten auf einen nennenswerten Anstieg der weltweiten Ölförderung ungewiss. Die Wichtigkeit und Dringlichkeit der Konferenz sei damit deutlich höher, als man zum Zeitpunkt des Planungsbeginns vor knapp zwei Jahren hätte vorhersehen können. Die schlechter werdende Sicherheitslage im Irak und den anderen Golfstaaten zeige derweil, dass die Sicherheit der Ölversorgung nicht mehr länger garantiert werden könne.

Auch für Entwicklungsländer sei der Erfolg der Konferenz entscheidend. Anhaltendes, weltweites Wachstum der Erneuerbaren Energien werde die Preise senken, was es für Entwicklungsländer leichter machen werde, ihre vor Ort verfügbaren Energiequellen zu nutzen, neue Arbeitsplätze und Industrieanlagen aufzubauen und die Energiedienstleistungen zur Verfügung zu stellen, die für eine Verringerung der Armut essenziell sind.

Eine aktueller Report des WWF zeige, dass ein Umsteuern von der Kohleverstromung zu einer verstärkten Nutzung von Biomasse für rund 400.000 neue Arbeitsplätze sorgen könnte. Schon jetzt stellen die neuen Erneuerbaren Energien nach Angaben von Germanwatch - einschließlich Wind, Sonne, Geothermie und moderne Biomassenutzung - weltweit genug Elektrizität für über 300 Millionen Haushalte zur Verfügung. Im Jahr 2003 wurden schätzungsweise 20,3 Milliarden US$ - etwa ein Sechstel der globalen Investitionen in Energieerzeugungsanlagen - in Erneuerbare Energien investiert.

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