Betrugsvorwürfe gegen Vattenfall

Bewohner von Lacoma spricht auf Hauptversammlung

Ein Bewohner des vom Vattenfall-Tagebau Cottbus-Nord bedrohten Ortes Lacoma wird am Donnerstag vor der Vattenfall-Aktionärsversammmlung sprechen und dem Vorstand dabei unter anderem Betrug an den Aktionären vorwerfen. In der Frage, was naturschutzrechtlicher Ausgleich und Ersatz für die Lacomaer Teichlandschaft das Unternehmen kosten würden, habe der Vorstand seine Aktionäre um etwa 10 Millionen Euro betrogen. Die Kosten würden eine einstellige Millionenhöhe nicht überschreiten, hatte der Vorstand in der letzten Hauptversammlung im August 2003 auf eine entsprechende Frage geantwortet. Durch Akteneinsicht beim Umweltministerium konnten die Naturschutzverbände aber feststellen, dass Bergbau-Chef Häge bereits im Juli 2003 von Kosten bis zu 20 Millionen ausging.

"Damit sollte das wahnwitzige Unterfangen offensichtlich lukrativer dargestellt werden als es ist." sagt René Schuster, dem kritischen Vattenfall-Aktionäre ihr Rederecht übertragen haben. "Herr Häge muss für diesen Betrug an den Aktionären zur Verantwortung gezogen werden." Schuster weist die Aktionäre außerdem darauf hin, das der Konzern bei Tagebauvorbereitungen die geschützte Lacomaer Teichlandschaft unzulässig beeinträchtigt. Das hat erst vor zwei Wochen zu einer Klage der Grünen Liga und zu Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Vattenfall geführt.

Das Lacomaer Teichgebiet soll ab 2005 für den Braunkohletagebau Cottbus Nord des Vattenfall-Konzerns zerstört werden. Es handelt sich um eine der wertvollsten Landschaften der Cottbuser Region, die europäischen Schutz genießt. Zur von Vattenfall geplanten Zerstörung des Gebietes läuft derzeit das Genehmigungsverfahren. Am Sonnabend, dem 19.Juni wird das Dorf Lacoma sein vierzehntes Widerstandsfest feiern.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!