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Hilfe für Vertriebene im Sudan völlig unzureichend

Afrika

Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen würden die bisherigen Hilfsmaßnahmen im Westen des Sudans bei Weitem nicht ausreichen, um eine von Menschenhand verursachte Hungersnot zu vermeiden. Zehntausende Menschen könnten sterben. Zudem seien die Vertriebenen in der Region Darfur weiterhin Angriffen und Vergewaltigungen durch regierungsfreundliche Milizen ausgesetzt. Von September 2003 bis Februar 2004 sei bei Angriffen auf 111 Dörfern jeder Zwanzigste Bewohner ums Leben gekommen. Die Dörfer sollen dabei dem Erdboden gleichgemacht worden sein. Dies zeige eine von Ärzte ohne Grenzen und dem epidemiologischen Forschungsinstitut Epicentre durchgeführte Studie in der Stadt Mornay im Westen Darfurs. Hier hätten etwa 80.000 Vertriebene in Lagern und bei Verwandten Schutz gesucht.

Die Angriffe sollen sich vor allem gegen erwachsene Männer gerichtet haben, doch auch Frauen und Kinder sollen getötet worden sein. Heute sei jedes fünfte Kind in den Camps schwer unterernährt. Unregelmäßige und unzureichende Nahrungsmittelverteilungen würden nicht den grundlegenden Bedarf der Menschen decken.

Dieselben Milizen, die zuvor die Angriffe ausgeführt haben sollen, sollen jetzt die Umgebung der Camps kontrollieren. Dies würde laut Ärzte ohne Grenzen bedeuten, dass die Vertriebenen in den Lagern gefangen seien und in ständiger Angst leben müssten. Es würden Männer getötet und Frauen geschlagen oder vergewaltigt, wenn sie sich auf die Suche nach Nahrung außerhalb der Lager begeben würden. In den vergangenen neun Wochen hätten Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen 132 Verletzte behandelt, die Opfer derartiger Angriffe geworden wären.

Laut Ärzte ohne Grenzen seien die Vertriebenen seit mehreren Monaten völlig von externer Hilfe abhängig. Doch noch immer würden die Hilfsmaßnahmen nicht ausreichen. Jeden Monat stürben in Mornay etwa 200 Menschen. Es gäbe bislang keine Anzeichen, dass die Hilfsaktivitäten in Kürze verstärkt und damit eine menschliche Katastrophe vermieden werden könne.

Ärzte ohne Grenzen arbeitet seit Dezember 2003 in Darfur. Zurzeit sollen 90 internationale und rund 2.000 sudanesische Kollegen medizinische Hilfe in einer Region mit mehr als 400.000 Vertriebenen leisten. Darüber hinaus würden die Teams für sauberes Trinkwasser sorgen, dringend benötigte Hilfsgüter verteilen und unterernährte Kinder versorgen. Diese Aktivitäten beträfen die Städte Mornay, Zalingei, Nyertiti, Kerenik, El Genina und Garsila im Westen Darfurs; Nyala und Kass im Süden und Kebkabiya im Norden Darfurs. Zusätzliche Teams sollen in Adre, Birak, Tine, Iriba und Guereda im Tschad arbeiten, wohin Zehntausende Sudanesen geflohen seien.

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