SPD streitet um Mindestlohn
Attac erneuert Kritik an Hartz IV
Beim Hartz-Gesetz zeige sich die unsoziale Politik der SPD in besonders extremer Form, sagte Krampertz. So zwängen die Zumutbarkeitsregeln Arbeitslose, praktisch jeden Job an jedem Ort zu jedem Lohn anzunehmen. Gleichzeitig verweigere sich die SPD der Forderung nach Mindestlöhnen, einer Grundsicherung für alle Menschen und europaweiten Sozialstandards. Krampertz: "Unsere Forderung ist klar: Von Arbeit muss man leben können - und ohne Arbeit auch".
Während der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) eine Mindestlohndebatte dringend nötig hält, sprach sich Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) gegen staatlich festgelegte Mindestlöhne aus. Es dürfe in Deutschland "keine Verhältnisse wie in den USA geben, dass man mit einem Fulltimejob nicht überleben kann", warnte Beck am Freitag. In manchen Branchen wie dem Friseurgewerbe "sind wir da schon an der Grenze". Grünen-Chef Reinhard Bütikofer zeigte sich erfreut darüber, "dass das Thema Mindestlohn zunehmend von der SPD aufgegriffen wird". Die Diskussion sei "überfällig".
Auch Thüringens SPD-Vorsitzender Christoph Matschie warb für gesetzlich fixierte Mindestlöhne. Gerade in Ostdeutschland werde eine untere Lohngrenze gebraucht, damit die Beschäftigten auch von ihrem erarbeiteten Einkommen leben könnten. SPD-Chef Franz Müntefering ging hingegen zu einer ähnlichen Forderung der Gewerkschaften auf Distanz. "Wenn es eine Tarifautonomie in diesem Land gibt, kann der Gesetzgeber eigentlich nicht mit Mindestlöhnen anfangen", sagte Müntefering. Wenn die niedrigen Löhne angehoben würden, würden die Billigjobs ins Ausland verlagert. Umgekehrt könne man sich nicht leisten, dass in Deutschland Arbeit liegen bleibe.
Wenn die SPD angesichts von Massendemonstrationen wie am 3. April und historischer Wahldebakel an ihrer Politik des Sozialabbaus festhalte und gleichzeitig den Spitzensteuersatz weiter senke, müsse die Partei sich auf wachsende Wut der Menschen einstellen, sagte Attac-Mann Krampertz. Für den Herbst seien bereits weitere Proteste geplant.
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Am 25. Jun. 2004 unter:
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« Justizministerium will Großen Lauschangriff ausweiten
Wofür stehen die 1000 deutschen Soldaten in Afghanistan? »
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