Tiefsee
Kaltwasserkorallen weiter verbreitet als bisher angenommen
Ähnlich wie tropische Korallenriffe wachsen die Riffe in der kühlen Tiefsee nur langsam. Sie bieten eine Heimat für eine Vielzahl von Lebewesen, darunter auch kommerziell genutzte Fischarten. Auch die dort lebenden Meerestiere wie zum Beispiel der Atlantische Sägebauch und der Blauleng vermehrten sich nur sehr gemächlich. Aufgrund ihres langsamen Wachstums sind Kaltwasserkorallen besonders verletzlich. Vor allem die Tiefseefischerei, aber auch Öl- und Gasbohrungen, Abfälle und die Verlegung von Telefonkabeln machen den Riffen und ihren Bewohnern zu schaffen. Einige Korallenriffe im Ostatlantik sind bereits weitgehend zerstört worden, während andere schwere Beschädigungen vorweisen.
"Die Studie öffnet das Tor zu einer bisher weitgehend unbekannten und faszinierenden Welt. Kaltwasserkorallen spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem Meer", betont Stefanie Schmidt, WWF-Referentin für Meeresfischerei. Die Riffe böten Lebensräume für zahlreiche Arten wie Tiefsee-Haie, Fische und Schalentiere. Sie würden zur Erholung gefährdeter Fischbestände beitragen. Ein schneller und umfassender Schutz sei erforderlich, damit um diese empfindlichen Ökosysteme nicht verlieren. Einmal zerstört, wäre es fraglich, ob Kaltwasserkorallenriffe sich jemals wieder erholen würden.
Norwegen, die USA und Großbritannien hätten bereits einen Teil ihrer Kaltwasserkorallen - wie zum Beispiel die Darwin Mounds vor der Nordwestküste Schottlands - unter Schutz gestellt. Der WWF fordert nun auch andere Staaten auf, die Riffe vor ihren Küsten durch die Einrichtung von Meeresschutzgebieten (MPAs) vor Zerstörungen zu bewahren. "Bisher haben wir unsere Schutzbemühungen auf die tropischen Korallenriffe konzentriert", erklärt UNEP-Direktor Klaus Töpfer. "Unsere Entdeckungen zeigen uns nicht nur, dass die Natur immer wieder für Überraschungen gut ist, sie lehren uns, dass wir unsere Anstrengungen zum Schutz der Meere ausweiten müssen."
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Am 04. Jun. 2004 unter:
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« Zeitungs-Herausgeber im Irak getötet
Umweltorganisationen werten Energien-Konferenz als Erfolg »

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