20. Juli
Bundeswehr soll auch Kriegsverbrecher als Vorbilder ehren
Dieter bezieht sich auf Ergebnisse der historischen Forschung, die zum Schluss kommen, dass die Attentäter des 20. Juli nicht die Lichtgestalten sind, als die sie beim Gelöbnis am 20. Juli dargestellt werden. Dieters Vortrag diene der Abwehr dieser Erkenntnisse und versucht, hinfällig gewordene Geschichtsmythen zu retten. Mit keinem Wort gehe Dieter darauf ein, dass Henning von Tresckow als verantwortlicher Leiter der "Partisanenbekämpfung" im besetzten Weißrussland mehrfach für Massaker an der Zivilbevölkerung verantwortlich wurde.
Dass die Attentäter aus ihren Verbrechen gelernt hätten, muss Laut Kampagne gegen den Wehrdienst in den Bereich der Legendenbildung verwiesen werden. Unzweifelhaft versuchte etwa Tresckow bereits im März 1943, Attentatspläne umzusetzen, doch ebenso unzweifelhaft hat er noch danach Kriegsverbrechen angeregt bzw. angeordnet: So etwa sein Vorschlag, große Gebiete Weißrusslands zur "toten Zone" zu erklären (April 1943), seine Anordnung, Sowjetbürgern, die sich der Zwangsarbeit verweigerten, als "bandenverdächtig" anzusehen, was einem Todesurteil gleichkam (April 1944), oder sein Bemühen, im Rahmen der "HEU"-Aktion sowjetische Kinder "einzusammeln" und ins Reichsgebiet zu verschleppen (28.Juni 1944!).
Die Kampagne empfiehlt Generalleutnant Dieter, seine eigenen Worte ernst zu nehmen: "Es ist die Aufgabe aller Angehörigen der Bundeswehr, aus den gewonnen historischen Erkenntnissen nach den heutigen Wertmaßstäben solche Personen und Ereignisse auszuwählen, die als vorbildlich und traditionswürdig verstanden werden.
Unter einer solchen Perspektive verbiete sich die positive Bezugnahme auf Offiziere wie Tresckow, Wagner, Stülpnagel, Hoepner und viele andere. Statt solche Kriegsverbrecher zu ehren, sollte die Bundesregierung endlich die Deserteure und Kriegsdienstverweigerer des Zweiten Weltkrieges angemessen ehren, verlangt die Kampagne gegen den Wehrdienst.
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