Besser "null Tote"
VCD kritisiert Verkehrssicherheits-Kampagne als unzureichend
"Jedes Auto ist so aggressiv oder tolerant wie der Fahrer an seinem Steuer", sagte Stolpe. Raser und Drängler entsprächen noch zu oft dem positiven Leitbild dessen, der vorwärts kommen möchte: "Wir wollen jetzt eine Trendumkehr. Das Grundrecht auf Mobilität soll künftig auch wieder für Kinder, Fahrradfahrer, Fußgänger und ältere Menschen Geltung haben", sagte der Minister.
Das Bundesverkehrsministerium will dies in einem gesellschaftlichen Bündnis erreichen. Im Herbst sollen Kirchen, Gewerkschafter, Arbeitgeberverbände, Berufsgenossenschaften und gesellschaftliche Gruppen, die rund um das Thema Verkehr aktiv sind, zu einem Kongress eingeladen werden.
Dies genügt dem VCD nicht. "Das Risiko, im Verkehr verletzt zu werden, liegt hierzulande dreimal so hoch wie in Frankreich und viermal so hoch wie in Dänemark", berichtet Hermann-Josef Vogt vom VCD-Bundesvorstand. Deutschland sei damit europäisches Schlusslicht bei der Verkehrssicherheit. "Um von diesem Negativrekord wegzukommen, brauchen wir mehr als Plakataktionen", mahnte Vogt.
Die Bundesregierung müsse sich endlich ein Beispiel an Ländern wie Schweden, den Niederlanden oder der Schweiz nehmen und die Vision von null Verkehrstoten zur Grundlage der Verkehrspolitik machen. Der VCD hat zu Jahresbeginn einen Masterplan Vision Zero vorgelegt, der ein entsprechendes Programm für Deutschland skizziert. Vogt forderte die Bundesregierung auf, nach dem Vorbild der Nachbarländer eine solche Strategie zu beschließen und umzusetzen.
Die Philosophie von Vision Zero lautet: Die Sicherheit der einzelnen Elemente im System Verkehr wird so weit gesteigert, bis der Verkehr insgesamt fehlertolerant ist und niemand mehr getötet oder schwer verletzt wird. Dieses Ziel ist nach Ansicht des VCD nur mit einer Vielzahl koordinierter Maßnahmen auf verschiedenen Handlungsfeldern zu erreichen. Betroffen seien die Bereiche Recht und Gesetz, Fahrzeuge, Infrastruktur sowie die Verkehrteilnehmer selbst. Zu den konkreten Maßnahmen gehörten beispielsweise eine grundlegende Neugestaltung der Mobilitätserziehung, eine bessere Fahrausbildung und vor allem strengere Tempolimits auf allen Straßen.
"Der Mensch muss zum Maßstab werden, mit all seiner Fehleranfälligkeit", forderte Vogt. Der VCD warte immer noch auf einen Paradigmenwechsel in der deutschen Verkehrssicherheitspolitik.
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