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Deutsche Forscher weisen Milzbrand bei tropischen Schimpansen nach

Gefährlicher Regenwald

Wissenschaftler des Berliner Robert Koch-Instituts und des Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben erstmals Milzbrand als Todesursache bei wildlebenden Schimpansen im tropischen Regenwald nachweisen können. Für die Forscher bedeutet dies, dass die tropischen Regenwaldgebiete auch für den Menschen gefährliche und bisher unbekannte Krankheitserreger beherbergen, berichtet das Robert Koch Institut. Infolge der zunehmenden Zerstörung der Regenwälder durch Abholzung oder durch Wilderei steigt das Risiko, dass auch Menschen in Kontakt mit bekannten, aber auch mit neuen Erregern kommen.

Die Wissenschaftler hatten in den vergangen zwei Jahren eine Häufung von Todesfällen in drei Schimpansengruppen im Tai-Nationalpark an der Elfenbeinküste festgestellt und untersucht. Der Krankheitsverlauf bei einem Teil der Schimpansen ließ eine akute Infektionskrankheit vermuten. Die beobachteten Schäden an Organen und Geweben sowie mikroskopische Färbetechniken hatten eine Bakterieninfektion als Todesursache wahrscheinlich werden lassen. Molekularbiologische Untersuchungen haben den Milzbranderreger Bacillus anthracis als Krankheitserreger identifiziert. Obwohl durch die intensiven Beobachtungen der Schimpansen viele Daten zum Verhalten und insbesondere zur Nahrungsaufnahme vorlagen, konnte bisher die Infektionsquelle für die Milzbrandfälle nicht identifiziert werden.

Die Untersuchungen von Erkrankungen bei Menschenaffen geben Hinweise auf Krankheitserreger, die das Potenzial haben, auf den Menschen überzuspringen. Nach dem heutigen Kenntnisstand ist das weltweit am häufigsten vorkommende HIV-1 von Schimpansen auf den Menschen übertragen worden und hat sich dann in der Bevölkerung ausgebreitet.

Eine kürzlich gegründete Initiative von Forschern unter Führung des Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie und des Robert Koch-Instituts (Great Apes Health Monitoring Unit, GAHMU) soll dabei helfen, Infektionskrankheiten bei Menschenaffen zu erkennen und das Risiko einer Übertragung der Erreger auf den Menschen zu beurteilen.

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