Erwärmung lässt Spezies verschwinden
Klimaänderung stört auch Leben der Tiefsee
Bodenproben und Messungen von organischem Material in Tiefen von 4.100 Metern haben aber gezeigt, dass sich Temperaturänderungen des El Nino auf den Rhythmus des Tiefseelebens extrem auswirken. Das Team um Henry Ruhl hat festgestellt, dass sich die gesamte Verteilung der Arten je nach Temperatur verändert. Die meisten Tiere ernähren sich vom so genannten organischen Regen, das sind abgestorbene organische Partikel, die zu Boden sinken.
Den Forschern viel auf, dass gewisse Arten von Seegurken, die vorherrschenden Spezies am Meeresgrund, mit den unterschiedlichen Temperaturen kamen und wieder verschwanden. In Zeiten vor dem El Nino war Nahrung in diesen Tiefen relativ knapp und gewisse Seegurken waren häufig anzutreffen. Während des El Nino fiel wesentlich mehr organisches Material zu Boden und die Art verschwand fast gänzlich. Umgekehrt fiel auf, dass weiße Seegurken, die vor dem El Nino sehr selten anzutreffen waren, plötzlich häufig auftraten.
Die Arbeit zeige, dass auch die Tiefsee trotz der Berge von Wasser darüber von Klimaänderungen nicht verschont bleibe und dass die Veränderungen dort ebenso wirken wie in den flachen Gewässern und an der Erdoberfläche, meint Ruhl. Kritik erntet Ruhl allerdings vom Tiefseebiologen Ron Kaufmann von der Universität von San Diego, der die Arbeit zwar als solide bezeichnet, allerdings kritisiert, dass es sich eher um Korrelationen des Klimageschehens handle als um Beweise. "Die Wahrheit ist, dass die tatsächliche Verknüpfung noch nicht vollständig hergestellt werden konnte", meint Kaufmann, der einräumt, dass die Tiefsee sehr wohl ein äußerst fragiles Ökosystem darstellt, es aber viel zu wenig Daten darüber gebe.
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Am 23. Jul. 2004 unter:
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