Tierrecht

Belgien verbietet Wildtierhaltung im Zirkus

Der belgische Minister für soziale Angelegenheiten und Volksgesundheit, Rudy Demotte, hat per königlichem Erlass die Haltung von Wildtieren im Zirkus verboten. Schon lange kritisieren Tierschützer die Haltung von Wildtieren im Zirkus als nicht artgerecht. Anders als domestizierte Tiere, haben Wildtiere keine entwicklungsgeschichtliche Anpassung an ein Leben in der Nähe des Menschen durchlaufen. Die Ansprüche an Unterbringung, Ernährung und Pflege sind daher bei ihnen besonders hoch.

Nach Ansicht von renommierten Wissenschaftlern können sie unter den Bedingungen eines reisenden Zirkusunternehmens nicht befriedigt werden. Daraus hat der für Tierschutzangelegenheiten zuständige belgische Minister Rudy Demotte jetzt Konsequenzen gezogen. Nach einer noch näher zu regelnden Übergangsfrist ist es belgischen Zirkussen verboten mit Wildtiere zu reisen. Ausländische Zirkusunternehmen dürfen schon jetzt keine Wildtiere mehr in Belgien zeigen. Ähnliche gesetzliche Regelungen zum Verbot der Wildtierhaltung im Zirkus gibt es bereits in Österreich und Finnland.

Der deutsche Tier- und Artenschutzvereins animal public, begrüßt die Entscheidung des belgischen Ministers. Auch in Deutschland beschäftigt das Leid der Wildtiere im Zirkus die Politik. Letztes Jahr sprach sich der Bundesrat für ein grundsätzliches Verbot der Wildtierhaltung im Zirkus aus. Die Umsetzung des Bundesratsbeschlusses ist nun Aufgabe der Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne). Laura Zimprich, Sprecherin von animal public: "Wir hoffen, dass sich Frau Ministerin Künast ein Beispiel am belgischen Minister Rudy Demotte nimmt und das Verbot der Wildtierhaltung im Zirkus zügig umsetzt."

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