Atomkraftwerke

Noch viel mehr Störungen im Akw Gundremmingen

Am Freitag, 13. August 04, hat das AKW Gundremmingen auf seiner Homepage berichtet, daß der Block C am 5.8. wieder abgeschaltet werden mußte. Allerdings verheimlicht das AKW, daß diese Probleme schon tagelang vorher auftraten. Die Hintergründe bleiben im Dunkeln. Die Energiewende atomkraftfreies Schwaben e.V. vermutet, man habe in Gundremmingen den Überblick über die Störungen verloren. Denn im Juli und August geschahen noch wesentlich mehr meldepflichtige Ereignisse.

Meldepflichtige Ereignisse in Block B waren Am 24.07.2004 kam es im Reaktorschutzsystem zu einer Funktionsstörung einer Logikbaugruppe. Ursache war der Ausfall eines IC-Bausteins. Eine defekte Elektronikbaugruppe wurde gegen eine Ersatzbaugruppe ausgetauscht. Zum Abschluss der Revisionsarbeiten im Block B wurde am 16.05.2004 bei einer routinemäßigen Begehung Tropfenbildung an einer Rohrleitung des Kühlmittelreinigungssystems festgestellt. Anschließend durchgeführte zerstörstörungsfreie Werkstoffprüfverfahren ergaben porenähnliche Befunde. Der betroffene Rohrleitungsbereich wurde ausgetauscht und weitere werkstoffanalytische Untersuchungen veranlasst.

Während der Revision im Block B wurde am 11.05.2004 im Rahmen einer Inspektion bei der Wandstärkenmessung an einer Kondensatablaufleitung im Dampfsystem eine Abweichung gegenüber der zulässigen Restwandstärke festgestellt. Daraufhin wurden zusätzliche Überprüfungen an weiteren Ablaufleitungen durchgeführt und befundbehaftete Leitungsabschnitte saniert.

Meldepflichtige Ereignisse in Block C: Am 01.08.2004 wurde beim Öffnen eines Frischdampfisolationsventils im Block C eine zu kurze Öffnungszeit ermittelt. Beim erneuten Schließen und Öffnen des betroffenen Ventils wurden keine weiteren Auffälligkeiten festgestellt. Vorsorglich wurde der betroffene Ventileinsatz ausgetauscht. Am 01.08.2004 wurde bei der Inbetriebnahme der Hilfsdampfleitung bei einem Reaktordruck von drei bar ein Signal angeregt und vom Reaktorschutz auslegungsgemäß die Hilfsdampfleitung abgesperrt. Nach Erhöhung des Reaktordruckes wurde die Hilfsdampfleitung ohne Reaktorschutzauslösung in Betrieb genommen.

Am 26.07.2004 - während des Anlagenstillstandes- ließ sich nach einem betrieblichen Start der Nachkühlsysteme der Federspeicher des 10-kV-Leistungsschalters einer Zwischenkühlwasserpumpe nicht wieder vollständig spannen. Damit wäre ein weiterer Start der Pumpe nicht möglich gewesen. Daraufhin wurde der defekte Leistungsschalter gegen einen Reserveschalter ausgetauscht.

Während der Revision im Block C wurden am 12.07.2004 im Rahmen einer Inspektion bei der Wandstärkenmessung an Kondensatablaufleitungen im Dampfsystem Abweichungen gegenüber der zulässigen Restwandstärke festgestellt. Daraufhin wurden die befundbehafteten Leitungsabschnitte saniert.

Ein übergreifendes meldepflichtiges Ereigniss geschah am 14.07.2004: Während des Spülvorganges eines Sammlers der blockgemeinsamen Waschwasseraufbereitung wurde ein Leck in der Waschwasserleitung festgestellt. Die durch Lochkorrosion geschädigte Leitung wurde gegen korrosionsbeständigeres Material ersetzt. Die Energiewende atomkraftfreies Schwaben e.V. verlangt eine Aufklärung der gehäuften Defekte.

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