Geschlechtergerechtigkeit
Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung ignoriert Frauen
Dass diese Sichtweise selten existiere, sei beim Thema Demographischer Wandel besonders auffällig. "Das entsprechende Kapitel im Fortschrittsbericht könnte auch "Potenziale älterer Männer" heißen. Denn Frauen mit ihren kürzeren und oft unterbrochenen Erwerbsbiographien sind dort gar nicht einbezogen. Dass diese Realität sich schon jetzt in geringeren Renten niederschlägt und somit für viele Frauen ein Problem darstellt, wird nirgendwo erwähnt. Aber auch die unterschiedliche Situation von Frauen und Männern im ländlichen Raum oder Überlegungen, was beim Ausbau Erneuerbarer Energien zu beachten wäre, um diesen sozial und geschlechtergerecht zu gestalten, werden im Bericht nicht berücksichtigt", so Anja Becker von genanet.
Es sei zu begrüßen, dass die Bundesregierung ihre Politik unter Nachhaltigkeitsaspekten bilanziere, aus der Genderperspektive bestehe jedoch erheblicher Verbesserungsbedarf. Für die kommende Berichtsperiode müssten daher Genderexpertinnen und -experten explizit in die Gestaltungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen werden. "Um Nachhaltigkeit zu gestalten, geht es (...) um einen grundlegenden Perspektivenwechsel und einen erweiterten Blick. Eine Gesellschaft, in der Versorgungs- und Erwerbsarbeit und folglich Einkommen, Zeitbudgets, Entscheidungsbefugnisse und Machtverhältnisse, Verantwortlichkeiten und Lebenschancen geschlechtsspezifisch ungleich verteilt sind, kann keine nachhaltige Gesellschaft sein."
genanet ist eine bundesweite Koordinations- und Servicestelle mit Sitz in Frankfurt/Main. Ziel ist es, Gender Mainstreaming in der Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik zu verankern. Finanziell gefördert wird die Leitstelle vom Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt.
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Am 19. Aug. 2004 unter:
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