Kanada

Monsanto testet heimlich Gen-Weizen weiter

In Kanada gehen die Freilandversuche mit Gen-Weizen, entgegen einer anders lautenden Selbstverpflichtung aus dem Hause Monsanto, nach Angaben von Greenpeace weiter. Greenpeace Kanada war durch ein Schreiben der Lebensmittelaufsichtsbehörde (CFIA) darauf aufmerksam geworden. Erst im Mai hatte der US-amerikanische Gentechnikkonzern öffentlich angekündigt, die kommerzielle Entwicklung des Gen-Weizens auf Eis zu legen. Zuvor hatte es eine erfolgreiche Kampagne von Umweltschützern, Bauernvereinigungen und kanadischen Weizenhändlern gegen das genmanipulierte Getreide gegeben. Die kanadische Lebensmittelaufsicht schrieb Greenpeace jedoch nun, dass in diesem Jahr 16 Freilandversuche mit dem Monsanto-Weizen in dem nordamerikanischen Land stattfinden.

"Es ist verwunderlich, dass diese Versuche noch laufen, wo doch Monsanto angeblich kein kommerzielles Interesse mehr an dem Gen-Weizen hat", wundert sich Patrick Venditti, Gentechnikexperte bei Greenpeace Kanada. Diese Versuche gefährden nicht nur die Umwelt, sondern auch die kanadischen Weizenbauern.

Die Warnung von Venditti ist nicht unbegründet: Jüngste Studien zeigen, dass Weizenpollen durch den Wind mehrere Hundert Meter weit getragen werden können. Die CFIA schreibt jedoch für Freilandversuche nur einen Sicherheitsabstand zum nächsten Weizenfeld von 30 Metern vor. Hinzu kommt, dass die Öffentlichkeit nicht erfährt, wo der Gen-Weizen wächst. Die Standorte der Versuchsfelder werden geheimgehalten.

"Die CFIA muss sofort die Produkte dieser Versuche vernichten", fordert Venditti. Außerdem müssten die benachbarten Weizenfelder genau unter die Lupe genommen werden. Wenn Monsanto erklärt, es finden keine Feldversuche mehr statt und die Lebensmittelaufsicht erklärt, sie gehen doch weiter, solle man wenigstens die Standorte bekannt geben. Stattdessen werde diese Information wie ein Staatsgeheimnis gehütet."

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