Tierschutz
Am 1. September beginnt auf Malta die Jagdsaison auf Zugvögel
Trotz massiver Proteste von Naturschützern aus ganz Europa hat die Regierung in Valetta auch in diesem Herbst wieder mehr als 40 Vogelarten für Fang und Abschuß freigegeben, darunter Stieglitze, Girlitze, Zeisige, Hänflinge, Kampfläufer, Kiebitze, Pfeifenten und Zwergschnepfen. Wie das Bonner Komitee weiter mitteilte, wurden auf Malta vor dem EU-Beitritt am 1.Mai jeden Herbst bis zu einer Million Zugvögel geschossen, gefangen oder gewildert. "Die rechtliche Situation hat sich im Vergleich zu der vor dem EU-Beitritt um kein Deut verändert.", urteilt Komitee-Sprecher Axel Hirschfeld.
Besonders ärgert die Vogelschützer, daß zahlreiche der auf Malta zum Abschuß freigegebenen Arten in anderen EU-Ländern längst auf den Roten Listen stehen und mit großem Aufwand geschützt werden. Hirschfeld: "Die Bestände vieler Arten nehmen europaweit seit Jahren stetig ab. Anstatt darauf zu reagieren, wurde die Liste der jagdbaren Vogelarten kurz vor dem EU-Beitritt sogar noch um eine Art erweitert". Obwohl die maltesische Regierung bei der EU-Kommission eine "äußerst fragwürdige" Sondergenehmigung für den Fang von 8 Singvogelarten erwirkt hat, verstoßen die genehmigten Jagdzeiten nach Ansicht des Komitees weiterhin gegen die Vogelschutzrichtlinie der Union. Wie der Verband weiter mitteilte, werde man deshalb noch in diesem Jahr eine Umweltbeschwerde in Brüssel einreichen.
Die offizielle Jagdzeit auf Malta dauert für insgesamt 32 Vogelarten bis zum 31.Januar 2005, bestimmte Vögel wie z.B. 8 verschiedene Finkenarten dürfen bis Ende April, Turteltauben und Wachteln sogar bis zum 22.Mai 2005 gefangen und geschossen werden.
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