Atomtransporte

Proteste gegen Atommüll im Münsterland

Mit Mahnwachen am Bahnhof Münster und Waltrop demonstrierten am Mittwoch morgen Atomkraftgegner aus dem Münsterland gegen einen erneuten Atomtransport aus dem Atomkraftwerk Unterweser (Essensham). Betroffen war die Bahnstecke Rheine-Münster-Hamm. Mitten im Berufsverkehr wurde die strahlende Fracht unter Begleitung des Bundesgrenzschutzes und der Polizei durch Wohngebiete und Innenstädte des Münsterlandes gefahren. "Jeder Transport bedeutet eine Gefährdung für die hiesige Bevölkerung. Die örtlichen Behörden wurden wiedermal nicht informiert und der Katastrophenschutz ist auf einen möglichen Unfall nicht vorbereitet," kritisierten die Bürgerinitiativen.

Ziel des Atomtransportes ist die Wiederaufbereitungsanlage in La Hague (Frankreich), von wo der Atommüll in wenigen Jahren wieder zurück in die sogenannten Zwischenlager Ahaus und Gorleben transportiert werden muß. "Solange auch nur ein Atomkraftwerk am Netz ist, muß Schluß sein mit diesem sinnlosen Atommülltourismus", fordern die Atomkraftgegner und kündigen schon jetzt weitere Proteste für den Herbst an. Im Mittelpunkt stehen dabei die Protestaktionen gegen die bevorstehenden Straßenatomtransporte aus dem ehemaligen Forschungsreaktor Rossendorf bei Dresden in das Zwischenlager Ahaus und gegen die Erweiterungspläne an der Urananreicherungsanlage in Gronau.

Aktuell findet am Donnerstag, den 2.9.04 um 10.00 Uhr vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster ein neuer Termin zur Verhandlung der Aufbewahrungsgenehmigung und der ersten und zweiten Änderungsgenehmigung für die Einlagerung von Atommüll im Brennelemente Zwischenlager Ahaus (BZA). Die Sitzung ist vor dem OVG Münster, Aegidiikirchplatz 5, Sitzungssaal 1. Schon am 26. Februar 2004 war ein Verhandlungstermin angesetzt, der aber wegen der Erkrankung des Richters abgesagt wurde.

Das Verfahren wird seit 1997 betrieben und ist ein Folgeverfahren des seit nunmehr 20 Jahren dauernden Rechtsstreites. Hermann Lenting und Hartmut Liebermann klagen mit Unterstützung der UWG Ahaus und der BI Ahaus gegen die vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erteilte Einlagergenehmigung von Atommüll in das BZA.

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