Robin Wood

Freispruch für Kletteraktivistin

Monika Lege, Verkehrsreferentin von ROBIN WOOD, ist heute vormittag vor dem Amtsgericht Groß-Gerau freigesprochen worden. Der Vorwurf, sie hätte eine unangemeldete Versammlung geleitet, ließ sich während des Verfahrens entkräften, berichtet die Organisation. Der Prozess, bei dem auch sechs Zeugen von Polizei und Forstamt geladen waren, wurde durch interne Organisationsprobleme beim zuständigen Ordnungsamt ausgelöst.Die Staatsanwaltschaft hatte Lege auf 750 Euro Geldstrafe verklagt, weil sie eine unangemeldete Versammlung geleitet habe. Bei dem Verfahren ging es um ein Baumklettertreffen, das im August 2003 in der Nähe des Frankfurter Flughafens stattgefunden hatte.

Zu dem Kletter-Treffen waren im Sommer 2003 rund zwei Dutzend AktivistInnen von Robin Wood im Gundwald bei Mörfelden-Walldorf zusammengekommen. Sie hatten hoch in den Baumwipfeln Plattformen gebaut und Seilkonstruktionen gespannt, um sich von Baum zu Baum zu hangeln. Das Kletter-Camp hatte die öffentliche Aufmerksamkeit auf den Bannwald südlich des Flughafengeländes gelenkt, der für den Bau der A-380-Flugzeughalle kahlgeschlagen werden soll.

Unverhältnismäßig und grundlos schien der Angeklagten der Aufwand der betrieben wurde um die friedlichen Aktionen als kriminell einstufen zu können. So sei das hessische Innenminesterium informiert worden und in die Ermittlungsakten kämen Daten von echten und vermeintlichen Angehörigen der Beschuldigten, die überhaupt nichts mit den Veranstaltungen zu tun hätten.

Andreas Kleinhans von der Robin Wood-Regionalgruppe Rhein-Main wertet das Urteil positiv: "Wenn dieses Verfahren heute einen Sinn hatte, dann den, dieses Vorgehen öffentlich zu machen und zu zeigen, dass man seine Grundrechte am besten dadurch schützt, dass man sie öfter mal in Anspruch nimmt."

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