Spontane Demonstrationen gegen NPD-Erfolg
Rechtsextreme Parteien unter Jugendlichen besonders stark
In Dresden hatten sich nach offiziellen Angaben 150 bis 200 Anhänger der linken Szene am Goldenen Reiter nahe des Landtagsgebäudes getroffen und waren dann - begleitet von Einsatzkräften der Polizei - über die Augustusbrücke zum Parlamentsgebäude gezogen. In Görlitz demonstrierten nach Polizeiangaben etwa 200 Bewohner der Stadt vor dem Rathaus gegen das Abschneiden der NPD bei der Landtagswahl. Sie war am Sonntag erstmals seit 1968 wieder in ein Landesparlament eingezogen. In Brandenburg wurde zum ersten Mal überhaupt eine rechtsextreme Partei wiedergewählt. Bisher waren die Rechten meist innerhalb kürzester Zeit völlig zerstritten gewesen und bei den nächsten Wahlen in der politischen Versenkung verschwunden. Bereits bei den Kommunalwahlen im Juni konnte die NPD in Sachsen in zahlreiche Kommunalparlamente einziehen und erhielt in einigen Gemeinden mehr als 20 Prozent der Stimmen.
Der Parteienforscher Jürgen Falter warnte am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Sabine Christiansen": "Wenn es nicht irgendeine Form von Wirtschaftswunder Ost gibt, dann werden wir erleben, dass das Potenzial, das wir an Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft haben, ausgeschöpft wird." Das Potenzial für rechtsextreme Parteien liege unter normalen Umständen bundesweit bei 15 Prozent, sagte der an der Universität Mainz lehrende Experte.
Auch der Berliner Politologe Hans Gerd Jaschke sprach in der MDR-Sendung "Fakt" von "bedenklichen Erosionstendenzen, die für die Demokratie als Ganzes bedenklich sind". Die These vom Protestwähler führe "in die Irre". Die rechten Parteien hätten ihr Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft.
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Am 20. Sep. 2004 unter:
politikStichworte:
« Zahl der Armen in Deutschland wächst
Städte müssen mit Klagen wegen zu dreckiger Luft rechnen »

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