Proteste gegen CASTOR-Transport

Salzstock Gorleben für Atommüll sperren

Per Verordnung will sich die Bundesregierung den Gorlebener Salzstock als Endlager für hoch radioaktive Abfälle sichern. Die wirtschaftlichen Nutzung des Salzstocks, etwa zum Salzabbau oder als Untergrundspeicher, soll bis auf weiteres verboten werden. Um darüber zu informieren, lädt das Bundesumweltministerium für Donnerstag zu einer öffentlichen Veranstaltung ins wendländische Lüchow ein. ROBIN WOOD folgt der Einladung und setzt sich weiterhin dafür ein, dass Gorleben nicht zum "Atomklo" wird.

"Es ist Unsinn zu behaupten, der Salzstock Gorleben werde durch den Abbau von Salz als Endlager unbrauchbar - er ist als Endlager schon immer unbrauchbar gewesen", kritisiert Bettina Dannheim, Energiereferentin von ROBIN WOOD. "Deshalb ist die Veränderungssperre überflüssig und eine nicht zu rechtfertigende Grundrechtsverletzung der Eigentümer."

Der Salzstock Gorleben ist nicht geeignet, einmal eingelagerten, hoch radioaktiven Müll sicher von der Atmosphäre zurückzuhalten. Tiefes Grundwasser kann direkt über dem Salzstock an die Grundwasseroberfläche gelangen, denn der Salzstock ist an vielen Stellen stark zerklüftet und von Rissen durchzogen. Durch diese Risse könnten radioaktive Partikel nach oben ins Grundwasser wandern. Radioaktive Verseuchungen von Mensch und Tier wären die unmittelbare Folge.

Weil auch Umweltminister Trittin an der Eignung von Gorleben zweifelt, hat sein Ministerium vor fünf Jahren den "Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte" (AkEnd) beauftragt, nach einem geeigneten Verfahren sowie Kriterien für die Suche und Auswahl eines Atommüll-Endlagers zu suchen. "Seit zwei Jahren liegen die Ergebnisse vor, doch in Sachen Endlager ist die rot-grüne Bundesregierung keinen Schritt weiter gekommen", bemängelt Dannheim. "ROBIN WOOD erwartet, dass jetzt zügig gesetzlich geregelt wird, wie die Suche nach einem geeigneten Endlager ablaufen soll."

Während die Bundesregierung die Endlagersuche verschleppe, würden in Gorleben durch die oberirdische Lagerung von immer mehr Atommüll Fakten geschaffen. Daher werden sich AktivistInnen von ROBIN WOOD auch bei dem anstehenden Castor-Transport im Herbst wieder an Protestaktionen beteiligen.

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