Umweltengagierte Schriftsteller

Keine Angleichung der naturnahen Flüsse Ost an die kanalisierten Flüsse West

Der Arbeitskreis umweltengagierter Schriftsteller Deutschlands richtete auf seiner Jahrestagung in Götz/Havel am 19. September 2004 den Apell an den Bundesverkehrsminister Stolpe, den weiteren Ausbau der ostdeutschen Flüsse für noch größere Schiffe zu stoppen. "Angesichts rückläufiger Transportmengen auf den Wasserwegen ist die Notwendigkeit eines weiteren Ausbaus nicht nachvollziehbar", argumentierte Jutta Schlott (Schwerin), Vorsitzende des bundesweit organisierten Arbeitskreises LITERATUR UM WELT.

Hannes Hansen (Kiel), Vorsitzender des Schriftstellerverbandes Schleswig-Holstein, wies auf die unermeßlichen Schäden hin, die mit der schleichenden Zerstörung unserer gewachsenen Kulturlandschaft verbunden sind. Hansen: "An der Loire ist es durch breiten Volkswiderstand gelungen, daß die französische Regierung vom Ausbau des Flusses zum Schiffahrtskanal Abstand genommen hat." Inzwischen stehe die Loire auf der Welterbeliste der UNESCO als international geschützte Kulturlandschaft mit dem Erfolg, daß immer mehr Touristen diesen Fluß besuchen. Entwicklungschancen dieser Art dürfen auch an unseren Flüssen nicht aufgeben werden, zumal nach amtlichen Prognosen am Tag nur zwei Große Rheinschiffe mit mehr als 2000 t Ladung auf der weiter ausgebauten Havel zu erwarten sind.

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