"Klimaflop"
IPPNW und EUROSOLAR starten internationale Plakatkampagne zur Atomenergie
Die Plakatkampagne ist nach Angaben der Initiatoren eine Antwort auf die Nuklearkampagne der Atomindustrie, "die wieder einmal versucht, eine Renaissance der Atomenergie herbeizureden".
Die Atomindustrie argumentiert vor allem damit, dass aus Klimaschutzgründen neue Atomkraftwerke benötigt werden würden. Mit den Plakaten von IPPNW und EUROSOLAR wird auf eindrucksvolle Weise deutlich, dass die Atomenergie das Klima keineswegs retten kann. Um auch nur 10 Prozent der fossilen Energieträger Kohle, Öl und Erdgas bis zum Jahr 2050 zu ersetzen, müssten bis zu 1000 neue Atomkraftwerke errichtet werden. Auch dann wären 90 Prozent des Klimaproblems noch immer ungelöst. Sogar die Internationale Atomenergie Organisation IAEA musste im Juni 2004 in einem Bericht zugeben, dass Atomenergie auch unter günstigsten Bedingungen nicht schnell genug ausgebaut werden könne, um den Klimawandel auch nur zu begrenzen. Folgerichtig heißt eines der Plakatmotive: "Klimaflop Atomenergie".
Hinzu komme, dass den 440 Atomkraftwerken, die heute weltweit betrieben werden, schon in wenigen Jahrzehnten der Brennstoff ausgehe. Das Uran sei so knapp, dass es möglicherweise schon in 20 Jahren nicht mehr wirtschaftlich sei. Würden noch 1000 Atomkraftwerke gebaut werden, "dann stünden diese Kraftwerke in 50 Jahren ohne Brennstoff sinnlos in der Landschaft herum, ohne Strom produzieren zu können", so Claußen.
Ohnehin sei die Atomenergie - so ein anderes Plakat - ein "Hochstapler". Denn die 440 Atomkraftwerke trügen gerade mal 2,3 Prozent zum weltweiten Endenergieverbrauch bei. Nur durch statistische Tricks werde die Bedeutung der Atomenergie künstlich überhöht: Die offizielle Primärenergiestatistik weist einen Wasserkraftanteil von nur 2,2 Prozent aus, während der Atomenergie ein Anteil von 6,9 Prozent zugeschrieben wird. Dies, obwohl Wasserkraftwerke praktisch genau so viel Strom erzeugen wie die 440 Atomkraftwerke!
Verharmlost werde aber auch das Risiko schwerer Atomkatastrophen. Lege man die Zahlen der offiziellen Deutschen Risikostudie Kernkraftwerke zugrunde, dann summiere sich das Super-GAU-Risiko der rund 150 Atomkraftwerke Europas auf 16% in einem Zeitraum von 40 Jahren. "Das entspricht der Wahrscheinlichkeit, auf Anhieb eine 6 zu würfeln", so Dr. Angelika Claußen. "Wie die Atomkatastrophe in Tschernobyl zeigt, ist bei einem Super-GAU mit mehreren zehntausend Toten zu rechnen", erläutert die Ärztin.
IPPNW und EUROSOLAR fordern auf jedem der acht Plakatmotive nüchtern und konsequent: "Atomkraftwerke abschalten."
Auf der Homepage www.facts-on-nuclear-energy.info findet sich anschließend an die acht Plakatmotive ein ausführliches Hintergrundpapier.
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Am 28. Sep. 2004 unter:
politikStichworte:
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Proteste gegen Überfischung der Ostsee »

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