Thailand
Zentrum des Schmuggels als Gastgeber der Artenschutzkonferenz
Thailand als Dreh- und Angelpunkt für den internationalen Schmuggel geschützter Tiere sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Allgegenwärtiger Verkauf von gewildertem Elfenbein, die jüngste Beschlagnahme von 147 vermutlich geschmuggelten Orang-Utans im Safari World Zoo Bangkok sowie die dubiose Herkunft von streng geschützten Tigern in thailändischen Vergnügungsparks - dies sind nur drei aktuelle Beispiele, die das Ausmaß des Artenschmuggels in Thailand dokumentieren.
Im Vorfeld der kommenden Artenschutzkonferenz in Bangkok, an der Vertreter aus 166 Ländern teilnehmen, sorgen folgende aktuelle "Sündenfälle" Thailands für Aufregung:
Thailand hat den größten Elfenbeinmarkt in ganz Südostasien. In Hotels und Geschäften v.a. in Touristenmetropolen werden zehntausende Elfenbeinschnitzereien ganz offen verkauft, unliebsame Kontrollen bleiben aus. Offiziell stammen die Stoßzähne von verstorbenen Arbeitselefanten. "Das thailändische Gesetz lässt den Verkauf solcher Stoßzähne zu und ermöglicht über dieses juristische Schlupfloch das Einschleusen von Unmengen gewilderten Elfenbeins", erläutert Freyer. Nur 10 Prozent des verkauften Elfenbeins stammt von Thailands 3.000 Arbeitselefanten, der große Rest wird aus Afrika eingeschmuggelt. Viele Touristen, darunter aus Deutschland und den USA, kaufen solche Schnitzereien als Urlaubsandenken und übersehen dabei, dass solche illegalen Souvenirs am heimischen Zoll beschlagnahmt werden.
Im Safari World Zoo Bangkok mussten bis vor kurzem Orang-Utans zur Belustigung von Touristen zu Show-Boxkämpfen antreten. Im vergangenen Winter entdeckte die Polizei bei einer Routinekontrolle 147 Tiere, der Vergnügungspark hatte allerdings nur für 12 der nach dem WA streng geschützten Affen die erforderlichen Papiere. Vertuschungsversuche des Parks zur Herkunft der Tiere folgten, doch im August 2004 wurden alle Tiere beschlagnahmt. Indonesien hat nun eine Rückführung der nur dort und in Malaysia vorkommenden Tiere beantragt, um diese wieder auszuwildern. "Thailand lehnt dies bislang ab und will die Orang-Utans an dortige Zoos abgeben", berichtet Freyer. "Wir hoffen, dass Thailand bei der WA-Konferenz doch noch einlenkt und mit der Rückführung der Orang-Utans zum Überleben der letzten asiatischen Menschenaffen beiträgt."
Die katastrophalen Haltungsbedingungen für Tiger in thailändischen Zoos werden auf der aktuellen WA-Konferenz zur Sprache kommen. Tiger genießen durch das WA den höchsten internationalen Schutz. Ein entsprechendes kommerzielles Handelsverbot wird v.a. von thailändischen Vergnügungsparks unterlaufen, die immer wieder Tiger unter dem Deckmantel der Wissenschaft kaufen. Denn für Forschungseinrichtungen gelten Ausnahmen vom Handelsverbot - eine Gesetzeslücke, die viele Tierparks nutzen, auch wenn die geschützten Arten vornehmlich als Kassenschlager fungieren und nicht als Forschungsobjekt. Auf der WA-Konferenz wird nun das Zusammenspiel von Zoos, Tierhändlern und der thailändischen Regierung kritisch unter die Lupe genommen.
"Thailand hat sich in Sachen Artenschutz bislang eher negativ hervorgetan. Die Artenschutzkonferenz wird nun zwei Wochen die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf Bangkok ziehen und die Regierung hoffentlich zum Handeln bewegen", so die PRO WILDLIFE Sprecherin abschließend.
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Am 29. Sep. 2004 unter:
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