"Alle würden profitieren"

Umweltschützer fordern sofortiges Pestizid-Reduktionsprogramm

Das Pestizid Aktions-Netzwerk PAN und der Naturschutzbund NABU haben Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) aufgefordert, "endlich ein längst überfälliges Pestizid-Reduktionsprogramm" zu verabschieden. Bereits vor einem Jahr habe der Beirat für ein Reduktionsprogramm im Pflanzenschutz unter Einbeziehung aller wichtigen Interessengruppen detaillierte Vorschläge für ein solches Programm vorgelegt. Der Ankündigung des Ministeriums zur schnellstmöglichen Vorlage eines Programms seien bis heute keine Taten gefolgt, obwohl die Bundesregierung bereits in ihrer Koalitionsvereinbarung für die laufende Legislaturperiode die Entwicklung einer Strategie zur Minderung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln angekündigt hatte.

"Mit ihrer Untätigkeit sabotiert die Bundesregierung nicht nur ihre eigenen Pläne, sondern widerspricht auch der politischen Vernunft, da Umwelt, Verbraucher und Bauern von einem Reduktionsprogramm profitieren würden", sagte PAN-Geschäftsführerin Carina Weber. Die Tatsache, dass 40 Prozent der in Deutschland vermarkteten Lebensmittel Pestizidrückstände enthielten, schade nicht nur Mensch und Umwelt, sondern auch dem Wirtschaftsstandort Deutschland.

Für NABU-Präsident Olaf Tschimpke ist die Umweltbelastung durch Pestizide längst hinreichend belegt. Eine deutliche Reduktion sei zudem ohne zusätzliche Kosten erzielbar. "Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Bundesregierung das Pestizid-Reduktionsprogramm weiterhin verschleppt", so Tschimpke.

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