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Experten fordern Ende der Subventionen für Kohle- und Atomstrom

Wettbewerb für Energiewende

Ein zügiger Abbau der Atom- und Kohlesubventionen ist Grundlage für einen fairen Wettbewerb im Strommarkt. Nur so lässt sich der dringend notwendige Einstieg in eine regenerative Stromversorgung realisieren. Zu diesem Ergebnis kamen die rund 300 Teilnehmer des Kongresses "Strom gegen den Strom - Perspektiven einer sauberen Energiewirtschaft" am Samstag in Hamburg.

"Wir wollen faire Bedingungen für regenerative Energien gegenüber Atomkraft und Kohle", forderte Roland Hipp, Vorstandsmitglied des Ökostrom-Anbieters Greenpeace energy. Dazu gehört für den Stromversorger der Abbau der Kohlesubventionen und die Überführung der Rückstellungen der Atomkonzerne in einen staatlichen Fonds. Die rund 30 Milliarden Euro dürfen von den Betreibern für Atommüllentsorgung und Rückbau der Kraftwerke steuerfrei rückgestellt werden. "Mit diesem Geld, das der Verbraucher bereits bezahlt hat, finanzieren die Konzerne ihre Einkaufstouren im europäischen Strommarkt", sagt Hipp. Greenpeace energy schlägt vor, die Zinsen aus einem solchen Fonds zur Finanzierung der regenerativen Energien zu nutzen. Weitere Voraussetzung für faire Wettbewerbsbedingungen auf dem Strommarkt sei die umgehende Einsetzung einer wirksamen Regulierungsbehörde.

Bei den Experten, darunter Peter Hennicke, Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, herrschte darüber Einigkeit, dass langfristig regenerative Energiequellen nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch den fossilen Energieträgern überlegen seien. Der Umbau der Energiewirtschaft werde jedoch - so das Fazit der Diskussion - nicht ohne erhebliche Anstrengungen im Bereich der Energieeffizienz möglich sein.

Johannes van Bergen, Präsident des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung (BKWK), verwies auf das enorme noch ungenutzte Potenzial, mit dem die Kraft-Wärme-Kopplung einen wesentlichen Beitrag zu Klimaschutz und Versorgungssicherheit leisten könne. Er kritisierte die Untätigkeit der Politik und der großen Energiekonzerne bei der Förderung dieser Technologie.

Dass dringend etwas gegen die fortschreitende Klimakatastrophe getan werden müsse, dokumentierte Wolfgang Zängl mit der Fotodokumentation "Gletscher im Treibhaus". Das dramatische Abschmelzen der Gletscher in den Alpen bezeichnet Zängl als "globales Fieberthermometer" des Treibhauseffektes. Als Konsequenz forderte er, dass Energie nicht mehr nur ein Geschäft sein dürfe wie jedes andere auch.

Zu dem Kongress "Strom gegen den Strom - Perspektiven einer sauberen Energiewirtschaft" hatte Greenpeace energy anlässlich seines fünfjährigen Jubiläums Experten aus Forschung, Wirtschaft und Verbänden eingeladen.

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