Anti-Auszeichnung vergeben
BigBrotherAwards Österreich für Biometrie und Medienbeeinflussung
Der Mobilfunkanbieter Hutchison Austria erhielt für die Verbesserung des von T-Online so genannten "friendfinder"-Dienstes einen Award. Der "3FriendFinder" ist ein neues Feature. Damit ist es möglich, einen anderen "3"-Kunden auf Knopfdruck zu lokalisieren. Im Unterschied zum älteren System, das nur ungefähr funktionierte, wird dank GPS der Standort des georteten Handys auf einer Karte am Display auf wenige Meter genau dargestellt.
In der Kategorie "Business und Finanzen" wurde der neue Grazer Vergnügungstempel "World of Nightlife" (Disco Won) für die Einführung von Überwachungstechnologien in den Freizeit-Alltag nominiert. Ein knappes Dutzend unscheinbar angebrachter Webcams überträgt live ins Netz. Zusätzlich verwenden die Veranstalter noch eine Biometrie-Applikation für die Abnahme von Fingerabdrücken. Wegen langer Warteschlangen wurde das System vorübergehend stillgelegt.
Die Innen- und Justizminister der EU-Mitgliedsländer Schweden, Frankreich, Irland und England wurden in der Kategorie Politik nominiert. Sie fordern in ihrem Richtlinien-Vorschlag zu "Data Retention", alle Kommunikationsdaten (Telefon, E-Mail, Internet, P2P, ICQ, etc.) präventiv drei Jahre oder sogar länger zu speichern. Dies steht in krassem Widerspruch zur EU-Richtlinie und nationalen Datenschutzgesetzen. Diese werden de facto aufgehoben, sollte diese Richtlinie in Kraft treten.
Aufgrund von Verletzungen in der ärztlichen Schweigepflicht erhielten auch die Wiener Amtsärzte stellvertretend für alle anderen Amtsärzte in der Kategorie Behörden und Verwaltung eine Auszeichnung. Grund dafür war das Brechen der ärztlichen Schweigepflicht und die Weitergabe persönlicher Daten von Patienten.
Die Kategorie Lifetime Achievement wurde dieses Jahr in "Lebenslanges-Ärgernis-Elisabeth-Gehrer-Preis für die nachhaltigste Annäherung an die Romanvorlage 1984" umbenannt. Die Motivation lieferte der Vorschlag, die Betragensnote 60 Jahre lang zuspeichern.
Die Linz Strom GmbH erhielt aufgrund des medialen Vorgehens in der Causa Powerline-Technologie den People's Choice Award. Laut Organisatoren hat das Unternehmen versucht, die Medienberichterstattung über Funkstörungen, die im Zusammenhang mit dieser Technologie entstanden sein sollen, massiv zu beeinflussen.
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Am 27. Okt. 2004 unter:
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Deutsches Geschäft gefährdet Waffenruhe im nahen Osten »
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