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Insgesamt weniger, in einigen Staaten aber mehr Hinrichtungen

ai gegen "unmenschlichste und grausamste" Strafe

Die Zahl der bekannt gewordenen Hinrichtungen ist im letzten gesunken. Doch gleichzeitig haben einige Länder wie Afghanistan oder Indonesien den Anwendungsbereich für die Todesstrafe ausgeweitet. Der Irak hat die Todesstrafe 2004 sogar wieder zugelassen. Das geht aus Zahlen der Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) hervor. Neben den 1.146 bekannten Exekutionen in 28 Ländern vermutet die Organisation aber noch eine enorme Dunkelziffer von bis zu 10.000 Hinrichtungen alleine in China. Die Volksrepublik ist vor dem Iran, den USA und Vietnam Spitzenreiter in der traurigen Statistik. amnesty fordert eine weltweite Ächtung der "unmenschlichsten und grausamsten Bestrafung".

Die Verurteilungen seien oft willkürlich und gegen Minderheiten gerichtet. In zahlreichen Fällen, unter anderem in den USA, werden zudem Unschuldige hingerichtet. "Das Recht auf Leben - ein fundamentales Menschenrecht - wird weltweit und tagtäglich mit Füßen getreten", fasst amnesty zusammen.

Nach wie vor werden die meisten Menschen in China, im Iran, den USA und Vietnam hingerichtet. "In China wurde die Todesstrafe mindestens 726 Mal vollstreckt. Wir gehen aber davon aus, dass die tatsächliche Zahl bei bis zu 10.000 Exekutionen liegt", sagte Thomas Hensgen, Todesstrafen-Experte von ai. Im Iran wurden amnesty im letzten Jahr 108 Hinrichtungen bekannt gegenüber 113 in 2002. In den USA sank die Zahl im von 71 auf 65. In Vietnam wurden 2003 mindestens 64 Menschen exekutiert gegenüber 34 in 2002.

"Auch Todesurteile gegen Minderjährige sind kein Tabu", kritisiert Hensgen. Beispiele seien Iran, Pakistan, Sudan und die USA. "Immerhin prüft aber das Oberste Gericht der USA, ob diese Praxis gegen die US-Verfassung verstößt."

In Europa und Zentralasien gehören Weißrussland und Usbekistan zu den letzten Henker-Staaten. "Die Todesurteile dort ergehen meist in unfairen Verfahren", berichtet der amnesty-Experte. Als Beweismittel würden oft Aussagen herangezogen, die der Angeklagte unter Folter gemacht habe. "Danach werden weder die zum Tode Verurteilten noch deren Anwälte oder Familien über Ort und Zeitpunkt der Hinrichtung informiert. Sogar das Grab bleibt geheim."

ai appelliert an alle Regierungen der Staaten, in denen die Todesstrafe noch vorgesehen ist oder praktiziert wird, alle Hinrichtungen sofort und dauerhaft zu stoppen. Alle noch anhängigen Todesurteile müssten umgewandelt und die Todesstrafe aus den Gesetzen gestrichen werden.

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