Studie
Kinder haben Gift im Blut
Untersucht wurden 33 Menschen zwischen 9 und 88 Jahren aus sieben Familien in England, Schottland und Wales auf 104 künstlich erzeugte Chemikalien. Von den untersuchten Substanzen seien 80 in den Blutproben der Probanden gefunden worden. Insgesamt 75 verschiedene Chemikalien fanden sich im Blut der Kinder, 75 bei deren Eltern und 56 bei den Großmüttern.
Aus der Generationen übergreifenden Studie gehe zudem hervor, dass Kinder schon im Alter von neun Jahren nicht nur einen Cocktail bedenklicher Chemikalien im Blut haben, sondern dies bereits auch in höheren Konzentrationen als ältere Generationen.
"Diese Resultate sind erschreckender Beweis dafür, dass es höchste Zeit wird für eine starke EU-Chemikalienreform", so Ninja Reineke, WWF-Chemikalienexpertin. Chemikalien wie bromierte Flammschutzmittel, die immer noch in Alltagsprodukten wie Möbeln und Fernsehern vorkämen, sowie perfluorierte Chemikalien, die beispielsweise in Antihaft-Pfannen stecken, müssten durch sicherere Alternativen ersetzt und aus dem Verkehr gezogen werden.
82 Prozent der untersuchten Menschen hatten mindestens eine perfluorierte Chemikalie im Blut. DEHP, ein Weichmacher, wurde in über drei Viertel der Testpersonen gefunden, darunter auch bei Kindern. Er steht unter Verdacht, das Hormonsystem zu stören und findet in PVC-Böden, Lebensmittelverpackungen, Kosmetika und Hygieneartikeln Verwendung. Chemikalien wie PCB und DDE, ein Spaltprodukt von DDT, wurde im Blut aller Studienteilnehmer gefunden, obwohl diese Substanzen in Großbritannien (und Deutschland) bereits mindestens ein Jahrzehnt vor der Geburt der Kinder verboten worden sind. Deca-BDE, ein bromiertes Flammschutzmittel, wurde bei 7 Personen gefunden, in der Mehrheit (57 Prozent) handele es sich hier um Kinder.
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Am 08. Okt. 2004 unter:
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