Mordechai Vanunu

Festnahme des israelischen Atomwaffengegners Mordechai Vanunu

Die deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) protestiert gegen die erneute Verhaftung des israelischen "Atomspions" Mordechai Vanunu. Nachdem die israelischen Behörden den Atomtechniker am 21. April 2004 nach 18 Jahren Haft freigelassen hatten, wurde er mit erheblichen Auflagen unter Hausarrest gesetzt und nun durch die israelische Polizei erneut festgenommen. Vanunu informierte 1985 die Weltöffentlichkeit über das israelische Atomwaffenprogramm, an dem er selber im Dimona Nuclear Research Center mitgearbeitet hatte.

Nach der Verbüßung seiner Haft wurde Vanunu vom israelischen Sicherheitsapparat weiterhin als "Sicherheitsrisiko" für das Land eingestuft, und laut Medienberichten an Auslandsreisen und öffentlichen Stellungnahmen gehindert.

Angeblich soll Vanunu gegen diese Auflagen verstoßen und "Geheiminformationen" an Ausländer weitergegeben haben. Bereits bei seiner Freilassung wies die IPPNW auf die gravierenden Verstöße gegen die Bürgerrechte des Wissenschaftlers hin.

Aus Sicht der IPPNW ist nicht die Veröffentlichung des geheimen israelischen Nuklearwaffenprogramms ein gravierendes Sicherheitsrisiko für die gesamte Region des Nahen Ostens, sondern der Erwerb und der angedrohte Einsatz von Massenvernichtungswaffen, von welcher Seite auch immer. Eine nuklearwaffenfreie Zone im Nahen Osten müsse ein wichtiger Teil einer weltweiten atomaren Abrüstung werden, fordert die IPPNW.

Das israelische Atomwaffenprogramm Israel besitzt das größte und am höchsten entwickelte nukleare Arsenal außerhalb der fünf offiziell anerkannten Atomwaffenstaaten. Der Kern des Atomwaffenprogramms befindet sich im Negev Atomforschungszemtrum in der Nähe des Wüstenortes Dimona und wird daher meistens als "Dimona" bezeichnet. Frankreich baute dort in den späten 50er und frühen 60er Jahren einen Atomreaktor und eine Plutoniumherstellungsanlage. Zwischen 1977 und 1979 lieferte Israel Tritium an Südafrika.

Nach Angaben der IPPNW gibt es weltweit 30.000 Atomwaffen. Knapp siebentausend davon würden in ständiger Einsatzbereitschaft gehalten. Die Atommächte entwickelten weiterhin neue Atomwaffen. Es gäbe Pläne, Atombomben auch gegen Nicht-Atomwaffenstaaten einzusetzen.

Auch Deutschland ist laut IPPNW an Atomwaffen beteiligt: "In Deutschland lagern noch circa 65 US-Atombomben." Im Ernstfall könne die deutsche Luftwaffe diese Bomben unter amerikanischem Befehl im Rahmen der so genannten "nukleare Teilhabe" einsetzen. Im Luftwaffenstandort Büchel werden deutsche Soldaten für diesen Einsatz ausgebildet, so die IPPNW.

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