Macht der Verbraucher
Bayer verzichtet in Indien auf Gen-Pflanzen
Ein Bayer-Sprecher bestätigte am Freitag den Ausstieg und sagte, man wolle sich auf bestimmte Teilbereiche konzentrieren und beobachte die konstante Verbraucherablehnung in Europa mit Sorge. An einen generellen Rückzug werde hier allerdings nicht gedacht.
Greenpeace verlangt hingegen einen generellen Rückzug aus der Gentechnik. "Weder wollen die Verbraucher Gen-Food essen, noch lassen sich diese Pflanzen in Europa anbauen, ohne die gentechnikfreie Landwirtschaft durch Pollenflug massiv zu belasten", so Greenpeace-Experte Christoph Then. "So fliegt der Pollen beim Gen-Raps mehr als 20 Kilometer weit."
Die indische Gentechnikexpertin von Greenpeace, Divya Raghunandan, vertritt die Ansicht, dass sich die Versprechungen der Gen-Industrie global gesehen nicht erfüllt hätten. "Ob es sich nun um höhere Erträge oder um eine Verringerung der Spritzmittel handelt." Bayer habe die Zeichen der Zeit erkannt und sich aus wirtschaftlichen Gründen aus dem Geschäft mit den Gen-Pflanzen zurückgezogen. Der Konzern wisse genau, dass die Verbraucher in Indien das Gen-Gemuese nicht akzeptieren werden.
Das nach Bevölkerung zweitgrößte Land der Welt, in dem 80 Prozent der Menschen ihr Auskommen in der Landwirtschaft finden, bietet einen gewaltigen Markt für Agrochemie und Saatgutunternehmen. Der Rückzug von Bayer aus dem Geschäft mit Gen-Pflanzen dürfte nach der Auffassung von Greenpeace auch "ein alarmierendes Zeichen für andere Konzerne" sein.
Mit seiner Entscheidung, sich aus dem Geschäft mit Gen-Pflanzen zumindest in Teilbereichen zurückzuziehen, stehe Bayer nicht alleine. Auch die Firma Monsanto, die weltweit das meiste Saatgut für Gen-Pflanzen verkauft, habe in diesem Jahr die Forschung an Gen-Weizen sowie die Forschung an Gen-Raps in Australien gestoppt.
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Am 15. Nov. 2004 unter:
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