Bund versus Länder

VCD kritisiert weitere Preiserhöhung bei der Bahn

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) e.V. kritisiert die bevorstehende Preiserhöhung im Nahverkehr der Deutschen Bahn AG. Nach der bereits von der Bahn beschlossenen Preisanhebung im Fernverkehr würden mit der jetzt vom Bundesverkehrsministerium signalisierten Zustimmung Bahnfahrten im Nahverkehr zum 12. Dezember um durchschnittlich 3,6 Prozent teurer. Zuletzt waren die Preise im Nahverkehr nach Angaben des VCD erst vor einem Jahr um durchschnittlich 4,1 Prozent angehoben worden. Dies sei nicht gerechtfertigt, da der Nahverkehr bereits gute Gewinne abwerfe und verkehrspolitisch falsch, da Kunden abgeschreckt würden. "Mit jeder neuen Preisrunde sinkt die Attraktivität der Schiene gegenüber dem Auto", mahnt VCD-Bundesvorsitzender Michael Gehrmann.

Von den Preiserhöhungen sei knapp die Hälfte der 4,3 Millionen Fahrgäste betroffen, die täglich mit den Regionalzügen der DB AG unterwegs seien. Gehrmann: "Es ist weder aus Kundensicht noch verkehrspolitisch akzeptabel, dass ausgerechnet in dem Bereich der Deutschen Bahn AG, wo Fahrgastzahlen und Gewinne steigen, nun noch mehr Kasse gemacht werden soll. Damit werden alle bestraft, die im Alltags- und Berufsverkehr die umweltschonende Bahn nutzen."

Zudem sei die als Begründung angeführte Energiekostensteigerung zumeist schon in den Verkehrsverträgen zwischen der DB AG und den Ländern über so genannte Preisgleitklauseln berücksichtigt. Es dränge sich daher der Verdacht auf, dass erneut Finanzlücken in anderen Konzernbereichen der DB AG auf Kosten der Pendler geschlossen werden sollten. Hier müsse der Bund als Eigentümer der Bahn einen Riegel vorschieben, um die vielbeschworene Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene im Personenverkehr nicht auch noch zu behindern.

Nach Ansicht des VCD gefährdet die aktuelle Tariferhöhung den positiven Trend bei den Fahrgastzahlen im Nahverkehr. Es sei daher nicht nachvollziehbar, wieso das Bundesverkehrsministerium dem Antrag der DB AG zustimme, obwohl die große Mehrheit der Bundesländer die gewünschte Preiserhöhung abgelehnt habe.

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