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Mediziner warnt vor Schmalspurausbildung in der Anatomie

"Umgang mit dem Tod"

Der Direktor des Anatomischen Instituts der Universität Dresden (TUD), Richard Funk, sieht die Ausbildung junger Mediziner gefährdet. Zwar böten noch immer mehr als genug Freiwillige ihren Körper nach dem Tod dem Anatomischen Institut für die Ausbildung der Studenten an, sagt Funk in Dresden. Doch müsse die Einrichtung seit Wegfall des Sterbegeldes der Krankenkassen für die Beisetzung selbst aufkommen, was in Zeiten knapper Budgets äußerst schwierig sei.

Funk befürchtet, dass auch wegen der Öffnung der Approbationsordnung nach amerikanischem Vorbild die Ausbildung am Leichnam in Zukunft zunehmend ersetzt werden könnte durch Fertigpräparate und Simulationen am Computer.

Die anatomische Ausbildung angehender Mediziner an Körpern Verstorbener hat nach Ansicht Funks neben der fachlichen auch eine moralisch-ethische Seite. "Die Studenten lernen, sich mit dem Tod auseinander zu setzen", sagt der Professor. Die Studenten würden durch den Anatomiekurs eben nicht abgestumpft, sondern im Gegenteil viel sensibler im Umgang mit dem Tod.

Rund 20 Leichname werden an der TUD pro Jahr von den Studenten präpariert. "Anfragen bekommen wir von rund 200 Spendern pro Jahr", sagte Funk. Deshalb werde nach Wohnort ausgewählt, auch um die Überführungskosten gering zu halten. Seit Wegfall des Sterbegeldes Anfang des Jahres muss die Hochschule die rund 20 000 Euro für die Bestattung der Spender selbst aufbringen, wobei die Finanzierung für das kommende Jahr noch nicht gesichert sei, sagte Funk. Andere Universitäten sind bereits dazu übergegangen, von den Körperspendern einen Kostenbeitrag zu fordern.

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