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Experte empfiehlt "Aufnahmebereitschaft" statt Zwangsintegration von Ausländern

Integrationspolitik

Der Unions-Vorschlag, Ausländer zum Besuch von Deutschkursen zu zwingen, stößt bei dem niederländischen Integrationsexperten Jan Niessen auf Skepsis. Er warnte davor, Sprach- und Integrationskurse zur Pflicht zu machen. "Die Wichtigkeit von Sprache bei der Integration wird stark überschätzt", sagte Niessen der "Berliner Zeitung". "Es ist nie nachgewiesen worden, dass Zwangskurse die Integration erleichtern." Niessen ist Vorsitzender einer EU-Arbeitsgruppe zur Einwanderungspolitik. Seine Einschätzung: "Wir müssen akzeptieren, dass Migranten nie genau wie wir werden," sagte Niessen.

Niessen sagte, Integrations- und Sprachkurse müssten an der Arbeitswelt der Einwanderer anknüpfen, um Erfolg zu haben. Nur dann hätten sie einen Anreiz, die Angebote auch wahrzunehmen. "Gerade in Ländern wie Dänemark, Österreich und den Niederlanden, wo man gedacht hat, die vollständige Assimilation von Ausländer wäre möglich, ist die Integration am deutlichsten gescheitert."

Als eine Voraussetzung für erfolgreiche Integration nannte Niessen die Aufnahmebereitschaft im Einwanderungsland. Deswegen sei es auch wichtig, die Diskriminierung von Ausländern gesetzlich zu verbieten. "Im europäischen Vergleich macht Deutschland dies am schlechtesten", kritisierte der EU-Experte.

Deswegen sei es richtig, wenn die Europäische Kommission ein Verfahren anstrenge, um Deutschland zur zügigen Umsetzung der EU-Richtlinie zur Gleichbehandlung von Minderheiten zu zwingen.

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