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Energieversorger kümmern sich nicht um Klimaschutz

Internationales Ranking

Weltweit ist die Strombranche nicht gewappnet, der Herausforderung des Klimawandels konsequent entgegen zu treten. Dieses Fazit zieht der WWF in einem jetzt vorgestellten Report, in dem die Geschäftspolitik der wichtigsten Energieversorgungsunternehmer unter die Lupe genommen wird. Im Mittelpunkt steht die Frage, inwieweit Firmen durch eine nachhaltige Investitionspolitik in der Lage sind, ihren Ausstoß von Treibhausgasen entscheidend zu verringern. 90 Prozent der untersuchten Unternehmen bekamen weniger als drei von zehn möglichen Punkten.

"Alarmierend visionslos und alles andere als zukunftsfähig", kommentiert Regine Günther, Leiterin des Referats Klimaschutz beim WWF, die Ergebnisse. Es zeige sich, dass die Branche nicht bereit sei, ihrer Verantwortung für den Klimaschutz gerecht zu werden. Auch die deutschen Stromkonzerne RWE und E.on mit 1,3 bzw. 0,6 Punkten seien keine Ausnahmen. Der WWF forderte, schnellstmöglich auf saubere Energien umzusteigen. Derzeit sei die Branche vor allem durch die Verstromung von Kohle für rund 35 Prozent der energiebedingten CO2-Emissionen verantwortlich.

Der WWF-Report untersucht 72 Energieversorger aus den OECD-Ländern und aus Russland. Sie produzieren gemeinsam rund 65 Prozent des in diesen Ländern verbrauchten Stroms. Die Studie bewertet die Unternehmen nach ihrem aktuellen Einsatz und Ausbauplänen von erneuerbaren Energien und hoch effizienten Gaskraftwerken. Grundlage der Auswertung, die vom niederländischen Forschungsinstitut Ecofys durchgeführt wurde, waren die Angaben der Firmen selbst.

Besonders schlecht schneiden die US-amerikanischen Unternehmen ab. 24 Prozent erzielten nicht einmal einen Punkt. "Aber auch die Europäer sind nicht einmal die Einäugigen unter den Blinden", erläutert Günter. Mit 4,3 Punkten lag der spanische Versorger Iberola noch am besten. Nur zwei europäische Unternehmen haben in ihrem Energiemix einen Anteil von erneuerbaren Energien von mehr als zwei Prozent. Die deutschen Unternehmen RWE und E.on landeten auf den Plätzen 20 und 41.

Der WWF sieht die Energieversorger in einer Schlüsselrolle. Die Branche gehöre zu den größten Emittenten von Kohlendioxid und müsse endlich ihre Hausaufgaben machen. Während der CO2-Ausstoß in anderen Sektoren wie dem Verkehr langsam sinke, setzten viele Versorgungsunternehmen nach wie vor auf den Klimakiller Kohle. Dies spiegele sich in den aktuellen Zahlen in Deutschland. Die CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung stiegen in Deutschland von 2002 bis 2003 um rund acht Millionen Tonnen. Seit 2000 sind sie in diesem Sektor um über 20 Millionen Tonnen gestiegen.

Bis 2050 will der WWF eine CO2-freie Stromversorgung erreichen. Dies sei ein wichtiger Schritt, den weltweiten Temperaturanstieg in beherrschbaren Grenzen zu halten.

Daran, dem ein Stück näher zu kommen, kann jeder Stromkunde mitwirken. Denn bereits seit Jahren ist es möglich, den Stromanbieter zu wechseln. Eine ganze Reihe vorwiegend kleiner Anbieter versorgt die Kunden mit sauberem Strom aus Wind, Wasser, Biomasse und Sonne - zu Preisen, die teilweise sogar unter denen der konventionellen Anbieter liegen.

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