7. November
Trauergottesdienst für die Verkehrstoten in Berlin
Allerdings sei der Handlungsbedarf auch groß, denn im Großstadtvergleich schneide Berlin beim Tötungsrisi-ko für Radfahrer und Fußgänger schlecht ab. Zwar habe sich die Unfallgefahr in Berlin seit 1992 mit 23 Prozent weniger verunglückten und 58 Prozent weniger getöteten Personen insgesamt deutlich reduziert.
Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Radfahrer sei heute aber so hoch wie vor 10 Jahren. Die Situation habe sich sogar verschärft, denn der Anteil der getöteten Radfahrer und Fußgänger an der Gesamtheit aller im Verkehr Getöteten sei in dieser Zeit von 42 Prozent auf 70 Prozent gestiegen. Auch gemessen an ihrem Anteil von 35 Prozent an der Gesamtheit aller Wege trage dieser Personenkreis damit das größte Unfallrisiko, erklärt Hinz.
Laut Berliner Senat hängen mehr als 50 Prozent der Unfälle von der Einstellung gerade der motorisierten Verkehrsteilnehmer ab. Der VCD und die Grünen Radler teilen die Ansicht, dass die Unfallursachen wie Fehler beim Abbiegen, Geschwindigkeitsübertretungen oder Rotlichtvergehen vor allem durch eine Kombination von "harten" und "weichen" Maßnahmen zu beeinflussen seien. "Neben Rasern wird dadurch auch die Zahl der Drogendelikte am Steuer beeinflusst. Beides hat in der Vergangenheit maßgeblich zur traurigen Bilanz von fast einem Verkehrstoten pro Tag in Brandenburg geführt", ergänzt Christoph Rudel, Geschäftsführer des VCD Brandenburg.
"Zu den harten Instrumenten gehören zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen, die den motorisierten Verkehr insgesamt entschleunigen und verringern und auf den für Mensch und Umwelt verträglicheren nicht-motorisierten Verkehr verlagern", konkretisiert Hinz. Beispiele seien Rund-Um-Grün bzw. Diagonalgrün für Fußgänger an Ampeln im Kreuzungsbereich, Herausnahme von LKW-Verkehr aus viel bewohnten Hauptverkehrsstraßen, bauliche Veränderungen zur Unterstützung von Tempo-30 auch auf gefährlichen Hauptstraßen sowie Markierung weiterer Radstreifen auf Fahrbahnen (u.a. auf wichtigen Hauptverkehrsstraßen), die wesentlich sicherer und zwölf Mal günstiger seien als der Bau von Radwegen auf Bürgersteigen.
"Bei fast 100 Prozent aller tödlichen Unfälle mit rechtsabbiegenden LKWs waren Fahrradfahrer in den letzten Jahren in Berlin die Unfallopfer. Wir begrüßen deshalb die Absicht der Bundesregierung, Weitwinkel-Spiegel ab 2005, zwei Jahre früher als von der EU geplant, und auch für Altfahrzeuge ab 3,5 Tonnen verbindlich einzuführen. Das verbessert die Sichtbeziehung zwischen Radfahrern und rechtsabbiegenden LKWs erheblich", betont Christian Schmidt, Initiator der Veranstaltung von den Grünen Radlern.
"Weiche" Maßnahmen wie eine fachübergreifende Mobilitätserziehung in Kitas, Schulen und Fahrschulen ergänzten das Verkehrssicherheitsprogramm des Senats sinnvoll. "Junge Verkehrsteilnehmer müssen systematisch in die Lage versetzt werden, durch eigene Erfahrungen die positiven Seiten der schonenderen Fort-bewegungsarten Fuß, Rad und Öffentlicher Verkehr kennenzulernen. Dann werden sie auch ein Problembe-wusstsein für die Folgen und Belastungen durch den motorisierten Verkehr entwickeln und ihren Lebensstil darauf einstellen können", verdeutlicht Hilla Metzner, Sprecherin des AK Kinder im Verkehr im VCD Berlin.
Um das Bewusstsein für Unfallrisiken zu schärfen, rufen die Initiatoren zur Teilnahme an der Memoriam-Demonstration und Gottesdienst "Wir trauern um die Verkehrstoten" am 7. November 2004 auf. Fahrrad-Skater-Demonstration: Um 14 Uhr ab Rotes Rathaus Gedenk-Gottesdienst im Anschluss: Um 16.00 Uhr in der Marienkirche am Alexanderplatz mit Pfarrer Reinhard Dalchow, Umweltbeauftragter der Evangelische Kirche in Brandenburg und der Oberlausitz.
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Am 05. Nov. 2004 unter:
nachrichtenStichworte:
« Kirche in Südindien ruft "Tag des Mädchens" aus
Rot-Grün soll endlich Endlagersuchgesetz vorlegen »

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