Globalisierung
Mit Umweltschutz globale Armut bekämpfen
"Es mangelt vor allem an Einsicht in die Notwendigkeit eines anderen Entwicklungsparadigmas," so eine Textpassage des Gutachtens "Armutsbekämpfung durch Umweltpolitik". Insbesondere fehle die Einsicht, dass Wirtschaftswachstum ohne Ressourcenverbrauch möglich sei. Es könne durch die Investition in erneuerbare Energien - Solar, Windkraft, Biomasse - Milliarden mobilisiert werden, stellte Bundesumweltminister Jürgen Trittin nochmals fest. Das helfe nicht nur dem Klima und der Umwelt, sondern auch der Wirtschaft in den ärmeren Ländern.
Für viele Entwicklungsländer lohne es sich nicht, die veralteten Technologien der Industrieländer wie Kohlekraftwerke zu übernehmen. So könne man in den ländlichen Regionen, in denen es ohnehin kein Stromnetz gebe, gleich mit Solar anfangen. Diese "Insellösungen" würden die Fehler der Industrieländer vermeiden. Beispiel Pakistan: Dort gebe es kein Telefonnetz. Mit Handys aber könnte man auf eine Vernetzung verzichten. "Überspringen technologischer Entwicklungsstufen" nennt der Beirat diese Entwicklung.
Obwohl sich diese Einsicht in der so genannten internationalen Staatengemeinschaft bereits als allgemein zustimmungsfähig erwiesen hat, bestehe immer noch eine große Lücke zwischen Versprechen und Umsetzung. Um das zu ändern, müssten Staaten für Umweltschäden aufkommen. Insbesondere hätten Industrieländer einen erheblichen Anteil am Klimawandel. Deshalb müsse der Emissionshandel als "angemessener" Beitrag zum Ausgleich von Klimaschäden umgesetzt werden. Von den negativen Auswirkungen seien Entwicklungsländer in vielen Fällen am stärksten betroffen.
Neben Staaten müssten auch private Unternehmen für verursachte Umweltschäden haften. Entsprechende Bestimmungen sollten sowohl im nationalen als auch im internationalen Recht niedergelegt werden.
Politiker glauben sich vereint: Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) nennt Armutsbekämpfung "weltweit oberste Priorität". Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) sprach ebenso von einer Schwäche der UNEP: Man brauche eine "durchsetzungsfähige und wirksame UN-Umweltorganisation, die sich auf gleicher Augenhöhe wie die Welthandelsorganisation oder die Welternährungsorganisation bewegen kann."
Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul versprach, "bis zum Jahr 2006" werde man "den Anteil der öffentlichen Entwicklungsleistungen auf 0,33 Prozent des Bruttonationaleinkommens aufstocken."
Noch im Oktober hatten Entwicklunghilfsorganisationen terres des hommes und Welthungerhilfe auf die niedrige Entwicklungshilfe der BRD aufmerksam gemacht. Deutschland habe sich als ein Mitglied des Europarats verpflichtet, bis 2006 die Entwicklungshilfe von derzeit 0,28 Prozent des Bruttonationaleinkommens auf 0,33 Prozent zu erhöhen.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 01. Dez. 2004 unter:
arbeitStichworte:
« Eine Stunde Umweltradio für Kinder
China bestreitet Blockade von Google News »
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
- Arbeitsrecht: EuGH Urteil enttäuscht
- Finca Mallorca und andere Schnäppchen
- Windenergie wieder auf gutem Weg
