Atomtransporte

Neuer Castor-Transport nach Frankreich verurteilt

Mit scharfem Protest hat der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) einen neuen, "hochgefährlichen" Castor-Atommüll-Transport verurteilt, der am Mittwoch in Norddeutschland mit einem Sonderzug Richtung Frankreich gestartet ist. Bei dem Transport handelt es sich um vier Castor-Atommüll-Behälter aus dem Atomkraftwerk Stade in Niedersachsen bei Hamburg. Ziel des Atommüll-Transportes: Die Wiederaufarbeitungsanlage in Frankreich. Nach letztem Informationsstand sollte der Transport am Donnerstag in der Mittagszeit La Hague erreichen.

Udo Buchholz vom BBU meint, dass dieser Atommülltransport erneut die Bevölkerung in Deutschland und in Frankreich gefährdet. "Erneut wird deutlich, daß das Atommüllproblem ungelöst ist. Atommüll aus Norddeutschland wird nach Frankreich gebracht, trägt dort noch mehr zur radioaktiven Verseuchung von Luft und Wasser bei, und soll dann später wieder in die sogenannten Zwischenlager in Gorleben oder Ahaus gebracht werden. Dort droht die Lagerung für Jahrtausende. Nur die sofortige Stillegung aller Atomanlagen kann dazu beitragen, dass das Atommüll-Problem nicht noch größer wird!"

Buchholz begrüßt, dass es an der Transportstrecke Proteste gegen den Transport gegeben hat. Atomkraftgegner aus Niedersachsen, dem Münsterland und dem Ruhrgebiet hätten am Mittwoch in den Bahnhöfen von Osnabrück, Münster-Hiltrup, Hamm und Waltrop gegen die Durchfahrt des Castor-Zuges demonstriert.

Buchholz weist darauf hin, daß am kommenden Sonntag am Ahauser-Atommüll-Lager erneut ein Protest-Sonntagsspaziergang stattfinden wird. Dabei könne ein Jubiläum gefeiert werden: 10 Jahre Protest-Sonntagsspaziergänge in Ahaus. Die Spaziergänge finden nach Angaben des BBU seit Ende 1994 an jedem ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr statt. Anti-Atomkraft-Initiativen in und um Ahaus stellen zum Jubiläum die Forderung nach einem sofortigen Einlagerungsstopp für das Ahauser-Lager und nach der Stilllegung aller Atomanlagen in den Vordergrund.

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