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Vor 35 Jahren startete "Easy Rider" in den amerikanischen Kinos

Generation in Aufbruchstimmung

Das Geräusch von Harley-Davidson-Geknatter und die Illusion von grenzenloser Freiheit - "Easy Rider" traf mit seinem Mythos von Sex, Drugs and Rock'n'Roll den Nerv einer ganzen Generation. Vor allem die Jugend schloss die langhaarigen Rebellen, die auf dem Motorrad-Sattel gegen das Establishment anfuhren, in ihre Arme. Der Film brachte ihre Hoffnungen auf Freiheit auf die große Leinwand. Vor 35 Jahren - am 19. Dezember 1969 - lief der Road Movie in den amerikanischen Kinos an. Er wurde in den USA und auch in Deutschland zum Kino-Hit des Jahres und bereitete den Weg für das Independent-Kino in Hollywood.

Es ist das Jahr von Woodstock, die Flower-Power-Bewegung erreicht ihren Höhepunkt - die auf Motorräder und Drogen abfahrenden Anti-Helden Wyatt (Peter Fonda) und Billy (Dennis Hopper) fahren mit ihren Harley-Davidson-Maschinen von Los Angeles Richtung Osten. Das Ziel: der Mardi-Gras-Karneval in New Orleans. Auf dem Weg streifen sie eine Hippie-Kommune, fahren durch Spießergegenden und landen kurzzeitig im Gefängnis. Die modernen Cowboys suchen Freiheit auf den Straßen in der Zeit der Morde an Robert Kennedy und Martin Luther King und des Vietnamkriegs.

Das Gesicht vor und hinter der Kamera von "Easy Rider" war der damals 32-jährige Dennis Hopper. Mit seiner ersten Regiearbeit erschuf er auf Anhieb ein Kultwerk. Sieben Monate vor dem offiziellen Filmstart ging der mit Sex, Drogen und Gewalt gespickte Independent-Streifen als offizieller US-Beitrag beim Filmfestival in Cannes ins Rennen - Hopper gewann prompt den Preis für den besten Film eines neuen Regisseurs. Auch zwei Oscar-Nominierungen konnte das erfolgreiche Low-Budget-Projekt - gekostet hatte "Easy Rider" nur 300 000 Dollar - auf sich vereinigen: Für das beste Originaldrehbuch und für Jack Nicholson als bester Nebendarsteller.

"Easy Rider" war der erste Blockbuster-Hit aus der Riege der "New Hollywood"-Regisseure, zu denen auch Francis Ford Coppola und Martin Scorsese zählten, und brach mit einer Reihe von Hollywood-Konventionen: kaum historischer Hintergrund, wenig Entwicklung der Charaktere, keine typischen Helden, hektische Schnitte, Improvisation, Hin- und Herspringen zwischen Szenen und vor allem kein Happy End. Die angesagten Musiker der Zeit wie Jimi Hendrix und Bob Dylan steuerten den rockigen Sound zum Kultstreifen bei - legendär wurde der Song "Born To Be Wild" von Steppenwolf.

"Easy Rider" öffnete Dennis Hopper und Peter Fonda sämtliche Türen in der Traumfabrik - Fonda hat mittlerweile in 70 Filmem mitgespielt, Hopper drehte mit Coppola "Apocalypse Now", wurde in "Blue Velvet" David Lynchs Lieblings-Psychopath und tauchte in Blockbustern wie "Speed" auf. Die ganz große Hollywoodkarriere verbaute er sich allerdings - mit seinen Drogen-Exzessen und häufigen Ausrastern. Doch er verwirklichte sich außerhalb der Leinwand, seine Begeisterung für Fotografie, Architektur und moderne Kunst ist mittlerweile ebenso legendär wie die für Frauen - 1995 heiratete er zum fünften Mal.

Peter Fonda frönt heute vor allem seiner Leidenschaft für Motorräder, auch wenn er nach zwei Unfällen mit etlichen Knochenbrüchen nicht mehr ganz so rasant in seiner Wahlheimat Montana umherkreuzt wie früher. Neben dem Faible für schnelle Maschinen verbindet ihn eins bis ans Ende seines Lebens mit Hopper: Der Welterfolg "Easy Rider", den beide im Laufe ihrer Karriere nie mehr zu toppen vermochten.

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