Grausamkeiten auf Kuba

Rotes Kreuz beklagt Folter in Guantánamo

Häftlinge auf dem US-Militärstützpunkt Guantánamo sind nach einem vertraulichen Bericht des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) Opfer von Mißhandlungen geworden, die "Folter gleichkommen". Das berichtete die "New York Times" unter Berufung auf einen Regierungsvermerk, der in Washington zu dem Bericht des IKRK angefertigt worden sei. Der Bericht des Roten Kreuzes gebe die Eindrücke eines Inspektionsteams wieder, welches das - auf Kuba gelegene - US-Militärgefängnis in Guantánamo, in dem etwa 550 angebliche Terroristen festgehalten werden, im Juni dieses Jahres besucht habe, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die Inspektoren kritisieren demnach, dass das US-amerikanische Militär mit Unterstützung von Ärzten und medizinischem Personal in Guantánamo ein Verhörsystem geschaffen habe, das nicht anders bezeichnet werden könne als ein "planvolles Gefüge grausamer, ungewöhnlicher und demütigender Behandlung und als eine Form der Folter". Das Pentagon habe die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Das Militärgefängnis werde "sicher, human und professionell betrieben".

Die Inspektoren des IKRK hätten kritisiert, dass Ärzte und medizinisches Personal auf dem Militärstützpunkt daran mitgewirkt hätten, Häftlinge auf Verhöre vorzubereiten und damit eklatant gegen die Regeln medizinischer Ethik verstoßen hätten. Nach dem Bericht der "New York Times" haben Mediziner Verhörpersonen mit Informationen über die psychische Verfassung von Gefangenen und deren besondere Verletzlichkeit bei Verhören versorgt. Meist sei dies durch ein Team von Psychologen geschehen, die die "Ermittler" beraten hätten.

Zu den Verhörmethoden in Guantanamo heiße es in dem Bericht des IKRK, die Gefangenen seien über lange Zeit Lärm und lauter Musik in kalten Räumen ausgesetzt worden. Außerdem seien sie "in einigen Fällen" geschlagen worden.

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