"Nichts getan"

DIHK lehnt Abschaffung der Hauptschule ab

Der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHK) lehnt eine Abschaffung der Hauptschule ab. Der Verband reagierte damit auf eine entsprechende "Forderung" von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD). Der Ruf nach Abschaffung "führt am Thema vorbei", sagte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun nach einem Vorabbericht dem "Handelsblatt". Die Wirtschaft klage zwar seit langem über die schlechte Ausbildung der Schulabgänger. Die "altbekannte und ideologisch festgefahrene Schulstrukturdebatte" nähre aber "den Irrtum, damit würden die Probleme schwächerer Schüler gelöst", sagte Braun. Der Schlüssel liege vielmehr in der individuellen Förderung der Potenziale der einzelnen Kinder. PISA zeige: "Die deutsche Schule ist relativ gut im Mittelmaß, sie fördert aber weder die schwächeren noch die stärkeren Schüler so, wie sie es brauchen."

Deshalb müssten Schulen und Lehrer in die Lage versetzt werden, selbstständig und kreativ vor Ort individuelles Lernen und Fördern zu organisieren.

Bulmahn hatte ihren Vorstoß mit dem PISA-Ergebnis begründet, wonach jeder fünfte 15-Jährige zur Risikogruppe gehört, die nicht genügend Rüstzeug für eine Ausbildung oder den Berufseinstieg mitbekommen habe. Zudem habe es nur in den Gymnasien Fortschritte gegeben, in den Hauptschulen hingegen habe sich seit Pisa 2000 nichts getan.

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