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Soldaten des Kommando Spezialkräfte wieder nach Afghanistan

Bundeswehr

Bundeswehr-Soldaten des "Kommandos Spezialkräfte" (KSK) kehren nach Afghanistan zurück. Nach Darstellung westlicher Nachrichtendienste haben die USA und Großbritannien beschlossen, im Frühjahr mit einer Großoffensive gegen den Drogenanbau in Afghanistan vorzugehen. Daher sehen die deutschen Zuständigen die Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan in Gefahr. Das KSK soll nach offiziellen Angaben die Truppen in Kundus und Faisabad schützen. Peter Strutynski von der AG Friedensforschung an der Universität Kassel hält die Entsendung für ein "Geschenk an die USA" im Vorfeld des Bush-Besuches in Deutschland. Außerdem decke der Bundestagsbeschluss zur Stationierung von sogenannten "Aufbauteams" die Entsendung des KSK nicht.

Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) hatte betont, die Bundeswehr unterstütze die britischen und amerikanischen Kräfte beim Kampf gegen die Schlafmohnproduktion. Allerdings war es bisher der Bundeswehr vom Parlament verwehrt, sich "aktiv" am Vorgehen gegen den Drogenanbau zu beteiligen.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums lehnte jede Stellungnahme zu einem erneuten Einsatz der KSK in Afghanistan ab. "Zu operativen Einzelheiten gibt es wie immer keine Auskunft", hieß es. Nach den Informationen sollen etwa 50 KSK-Soldaten in den Norden Afghanistans entsandt werden. Der KSK-Verband ist im baden-württembergischen Calw stationiert.

Peter Strutynski von der AG Friedensforschung an der Universität Kassel erklärte hingegen, die Erfahrungen in Kolumbien hätten bewiesen, dass es nicht möglich sei, Drogenanbau militärisch zu bekämpfen. Die Anbaugebiete würden sich nur geographisch verschieben. Das Vorhaben sei ein "Kampf gegen Windühlen".

Seiner Ansicht nach ist das Vorgehen der Bundesregierung "ein Geschenk an die USA". Die Bundesregierung versuche ihre beschädigten Beziehungen zu den USA im Vorfeld der Bush-Besuche bei der NATO und in Deutschland zu verbessern. Sowohl die USA als auch die NATO hätten in der letzten Zeit verstärkt Druck auf Deutschland ausgeübt, das militärische Engagement im "Kampf gegen den Terror" zu vergrößern, so Strutynski.

Das KSK sei zudem eine verdeckt operierende Elite-Kampftruppe, merkte er an. Sie sei seiner Ansicht nach gar nicht zum Schutz der deutschen Soldaten geeignet. Vor allem bei einem Umfang von 50 KSK-Mitgliedern sei ihm nicht klar, wie sie diese Aufgabe übernehmen sollte.

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