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Volkswagen zahlt 20.000 Euro Strafe wegen mangelnder Verbrauchskennzeichnung

Kraftstoffverbrauch

Wegen nicht ordnungsgemäßer Kennzeichnung des Sprit-Verbrauchs seiner Fahrzeuge zahlt Volkswagen 20.000 Euro Strafe an die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Wie die Umwelthilfe am Dienstag mitteilte, hat der Wolfsburger VW-Konzern damit erstmals zugegeben, auch noch nach der Unterzeichnung einer von der DUH geforderten Unterlassungserklärung im Dezember gegen die Energieverbrauchs-Kennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV) verstoßen zu haben. VW habe sich verpflichtet, die Verordnung künftig buchstabengetreu umzusetzen. Die Umweltschützer wollen das Geld in ihre vergangene Woche gestartete Kampagne für verbindliche Höchstwerte beim Benzinverbrauch stecken.

Nach der am Dienstag unterzeichneten Vereinbarung verpflichte sich das Unternehmen, alle Neuwagen ordnungsgemäß zu kennzeichnen und dabei insbesondere die nach der Pkw-EnVKV erforderlichen Angaben nicht mehr in weißer Schrift auf transparentem Hintergrund anzubringen, sondern in blauer Schrift auf weißem Hintergrund. "VW ist damit einer als sicher geltenden einstweiligen Verfügung zuvor gekommen", sagte Rechtsanwalt Remo Klinger, der die Deutsche Umwelthilfe in dem Verfahren vertrat. Der "durchsichtige Versuch einer Umgehung der Verordnung" zu Lasten des Verbrauchers und der Umwelt sei damit gescheitert.

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch äußerte sich erleichtert über die - wenn auch spät - erzielte Einigung: "Wir freuen uns, dass nach DaimlerChrysler und BMW nun auch bei Volkswagen die Einsicht gewachsen ist, dass nur die exakte Umsetzung der Verbrauchskennzeichnung die Kunden zum Kauf verbrauchsarmer Fahrzeuge veranlassen kann." Die Deutsche Umwelthilfe werde ihre stichprobenartigen Besuche von Autohäusern und Schauräumen bei VW und anderen deutschen und ausländischen Herstellern fortsetzen, damit nicht wieder eine laxe Handhabung der Kennzeichnungspflicht einreiße.

Die Umweltschützer kündigten an, die von VW zu zahlende Vertragsstrafe von 20.000 Euro unmittelbar für eine in der vergangenen Woche gestartete Kampagne zur Einführung verbindlicher Kraftstoffverbrauchshöchstwerte für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in Deutschland einsetzen. Mit dem Vorschlag, der auf einen gewichtsabhängigen CO2-Grenzwert für alle Neuwagen hinausläuft, erhofft sich die DUH einen starken Impuls für die nach ihrer Ansicht in jüngster Zeit abgeflauten Klimaschutzanstrengungen in Deutschland. Ähnliche gesetzliche Bestimmungen zum Kraftstoff-Maximalverbrauch für neu zugelassene Pkw und leichte Nutzfahrzeuge waren in Japan und China kürzlich verabschiedet worden.

Insbesondere Volkswagen hat erhebliche Schwierigkeiten, die in China ab 2008 gültigen Grenzwerte mit seinen derzeit im Reich der Mitte angebotenen Fahrzeugen einzuhalten. "Die von der DUH vorgeschlagenen CO2-Grenzwerte von Neuwagen würden nicht nur die Umwelt und die Geldbeutel der Autofahrer schonen", sagte Resch. Sie sicherten auch die Exportfähigkeit der deutschen Hersteller. "Die DUH leistet auf diese Weise mit VW-Geld Entwicklungshilfe auch für den Wolfsburger Autobauer", so Resch.

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