headerquote

Seite 1 bei Google kann so einfach sein.

unabhängige Autoren mit eigener Meinung

Italien will seltene Vögel zum Abschuss freigeben

Artenschutz

Die italienischen Regierung plant die Jagd auf Vögel zu lockern. Das meldet die Umweltstiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur). Künftig soll die Jagdsaison verlängert, die Zahl der jagdbaren Vogelarten von 36 auf 41 erhöht und die Haltung von lebenden Lockvögeln vereinfacht werden. "Bei illegalen Abschüssen sollen nur noch Bußgelder und keine Haftstrafen mehr verhängt werden können und zum Training von Jagdhunden könnte dann selbst in Naturschutzgebieten ganzjährig gejagt werden", berichtet Vogelexperte-Martin Schneider-Jacoby von Euronatur.

"Viele der Vogelarten, die in Italien gejagt werden, gehen EU-weit in ihren Beständen zurück oder sind bei uns in Deutschland vom Aussterben bedroht", sagt Schneider-Jacoby. Mit dem neuem Gesetzesentwurf sollen auch vom Aussterben bedrohte Vögel wie Kampfläufer, Bekassine oder Auerhuhn neu auf der Abschuss-Liste stehen.

Besonders bedenklich sei nach Einschätzung von Euronatur die vorgeschlagene Verlängerung der Jagdsaison: Die Saison würde dann vom 18. August bis zum 20. Februar andauern. Derzeit dauert sie vom 19. September bis zum 31. Januar.

Das geplante Gesetz beträfe auch die Einheimischen: Allein in der Jagdsaison 2003/2004 seien in Italien 52 Menschen durch Jagdunfälle getötet und 88 schwer verletzt worden. Auch der Tourismus müsse mit Einbußen rechnen: "Wer schon einmal zu Beginn einer Jagdsaison in viel bejagten Gegenden wandern war, weiß, dass man es bei der Schiesserei mit der Angst zu tun kriegen kann," sagte Schneider-Jacoby.

In den 70er Jahren geriet Italien durch die verbreitete Jagd auf Vögel schon einmal in die europäische Kritik. 700.000 italienische Vogeljäger hätten Vögel mit illegalen Fanggeräten und Fangmethoden wie Leimruten, Haken und Tonbandgeräten gejagt, so Euronatur. Geblendete oder verstümmelte Vögel wurden als Lockvögel missbraucht. Heute habe sich das Problem nach Osteuropa verlagert. Dort müssten italienischen Vogeljäger zwar auch gegen Gesetze verstoßen, um an die Vögel zu kommen. Aber sie müssten mit weniger Kontrollen rechnen als im Heimatland.

Viele gefährdete Arten wie Weißstorch, Löffler, Flamingo oder die Moorente konnten damals gerettet werden, meint die Umweltstiftung. Heute treffen Umweltschützer wieder vermehrt auf diese Arten in Italien.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!