"Mehr Druck denkbar"

Junge Union sagt Hohmann-Einladung wieder ab

Die Junge Union (JU) in Nordwestmecklenburg hat den ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann wieder ausgeladen. Einem Bericht der "Netzeitung" vom Dienstag zufolge hat der Kreisverband Wismar-Nordwestmecklenburg auf Druck des JU-Bundesvorsitzenden Philipp Mißfelder seine Einladung zurückgezogen. Der JU-Kreisvorsitzende Steffen Bokunewitz werde zudem sein Amt als JU-Kreisvorsitzender "zur Verfügung stellen", hieß es. Seine Entscheidung habe er Mißfelder bereits mitgeteilt.

Die Nachricht von der Einladung Hohmanns als Festredner zu seinem Neujahrsempfang der JU im Heimatlandesverband von CDU-Chefin Angela Merkel hatte zuvor für heftige Kritik gesorgt. Hohmann hatte bei einer Rede am Tag der Deutschen Einheit im Jahr 2003 im Zusammenhang mit den Juden das Wort "Tätervolk" benutzt. Seine Rede wurde als antisemitisch eingestuft. Daraufhin wurde er aus Partei und Fraktion ausgeschlossen.

Mißfelder hatte kurz zuvor den Druck auf Bokunewitz erhöht. Es sei noch "mehr Druck denkbar", sagte er der "Netzeitung". Auf "allen Ebenen" werde versucht, die Veranstaltung zu verhindern. "Der Druck gegen den Kreisverband darf nicht nur aus der Jungen Union, sondern muss auch aus der Mutterpartei kommen", so Mißfelder. Das Vorhaben des JU-Kreisverbandes bezeichnete Mißfelder als "indiskutabel". "Das ist ein Affront gegen die ganze CDU."

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