"Theatralische Recherche"

Brooks "Tierno Bokar" beschließt erste "spielzeiteuropa"

Regisseur Peter Brook präsentiert im Februar zum Abschluss der ersten "spielzeiteuropa" in Berlin sein Stück "Tierno Bokar". Die Aufführung ist eine Koproduktion der "spielzeiteuropa" mit der Ruhr Triennale, der Kulturhauptstadt Lille 2004, dem Mercadante Teatro Stabile di Napoli, den Wiener Festwochen und anderen. Im Mittelpunkt der "theatralischen Recherche" steht nach Angaben der Berliner Festspiele die Figur des Islamgelehrten Tierno Bokar.

Die Inszenierung beruht auf dem Buch "Der Weise von Bandiagara" von Amadou Hampathé Bâ. Brook sagte über das Buch, die Geschichte bringe die Rezipienten "tief in ein traditionelles, animistisches Afrika, geprägt vom Islam, erschüttert vom Kolonialismus, zerrissen von inneren Spannungen". Sie beleuchte auf lebendige Weise ein Thema, das alle angehe - die Gewalt und die Toleranz. Nach vielen Jahren der Beschäftigung mit diesem Thema sei er überzeugt, dass der Zeitpunkt richtig sei, diese Geschichte in theatraler Form wiederzubeleben. Die Aufführung ist in Berlin vom 16. bis zum 20. und vom 22. bis zum 27. Februar zu sehen.

Bei der "spielzeiteuropa" waren seit Oktober 2004 in lockerem Rhythmus wichtige Theater- und Tanzproduktionen aus dem europäischen Raum nach Berlin eingeladen worden. Den Auftakt hatte Luc Bondys Londoner Uraufführungsinszenierung von Martin Crimps "Cruel and Tender" gemacht.

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