Artenschutz
Trophäenjagd auf Grönlands Eisbären
In der Arktis lebten noch 20.000 bis 25.000 Eisbären. Diese seien auf 20 Populationen in Kanada, Grönland, Alaska (USA) und Russland verteilt. In Grönland allein gebe es nach groben und völlig veralteten Schätzungen noch 6.000 Tiere in vier verschiedenen Populationen. Diese Zahlen beruhten allerdings nicht auf fundierten Populationsstudien, sondern auf Hochrechnungen von Jägern. "Grönland steht seit Jahren in der Kritik, weil es weder Quoten für die einheimische Jagd noch zuverlässige Kontrollen hat", betont Freyer von der Artenschutzorganisation. "Forscher vermuten, dass Grönlands Eisbärenbestände bereits jetzt durch übermäßige Jagd dezimiert sind."
Die grönländischen Jagdpläne ignorieren die Gefährdung von Eisbären durch Umwelteinflüsse, so Freyer. Eisbären litten besonders unter den Folgen der Klimaveränderung und der Schadstoffbelastung: Sie stehen am Ende der Nahrungskette und sammeln Schwermetalle und toxische Verbindungen wie PCB, Dioxin oder DDT in ihrem Fettgewebe an. Überlebenschance und Fortpflanzung der Tiere seien dadurch gefährdet.
Auch die Klimaerwärmung habe dramatische Folgen: Durch den immer früheren Rückgang der arktischen Eisdecke im Frühjahr würden Eisbären weniger Futter finden. "Jede Woche, die ein Eisbär weniger auf Robbenjagd gehen kann, reduziert sein Körpergewicht um 10 kg", sagt Freyer. "Die Tiere können sich nicht mehr genug Speck anfressen, um die langen Fastenmonate im Sommer unbeschadet zu überstehen und ihre Jungen durchzubringen." Wissenschaftler schätzten, dass die Jagdsaison bereits um drei Wochen verringert sei. Das führe zu einer erhöhten Jungtier-Sterblichkeit.
Seit 1973 gelte ein internationales Schutzabkommen für Eisbären, um die unkontrollierte Jagd zu beenden. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen schränke den internationalen Eisbären-Handel seit 1975 stark ein. Die Länder Russland und Grönland und der U.S. amerikanische Bundesstaat Alaska haben seitdem die Trophäenjagd verboten. Lediglich Kanada - das Land mit dem größten Eisbärbestand - genehmige Hobbyjägern Abschüsse.
Grönland, das zu Dänemark gehört, könne mit Konsequenzen rechnen, so die Artenschutzorganisation. "Die Bestandssituation der grönländischen Eisbären ist mehr als ungewiss." Die Einführung der Trophäenjagd bringe Eisbären der Ausrottung noch ein Stück näher. Die Jagd müsse sofort rückgängig werden, fordert "Pro Wildlife".
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Am 28. Jan. 2005 unter:
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