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Streit zwischen Krankenkassen und Pharmaindustrie

Wirtschaftsgiganten

Der Vorsitzende der Barmer Ersatzkasse, Eckart Fiedler, kritisiert die Pharmaindustrie in scharfer Form. Die Arzneimittelpreise seien im internationalen Vergleich zu hoch, sagte Fiedler dem "Stern" in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview. Selbst Nachahmerprodukte, so genannte Generika, seien in Deutschland deutlich teurer als in anderen europäischen Ländern.

Wegen der steigenden Arzneimittelkosten rechnet Fiedler dieses Jahr mit Mehrausgaben von zwei Milliarden Euro bei den gesetzlichen Krankenkassen . Ein Grund sei, dass der bislang eingeräumte Rabatt, den die Pharmaindustrie gemäß der Gesundheitsreform 2004 geben musste, Anfang 2005 weggefallen ist. "Man hätte das Niveau stabilisieren sollen. Die Pharmaindustrie hat durchaus noch Speck", unterstrich Fiedler. Er kritisiert vor allem "die völlig überhöhte Preise" für Scheininnovationen.

In diesem Zusammenhang hob Fiedler das so genannte Hausarzt- und Hausapotheken-Modell hervor, das die Barmer als erste Krankenkasse ab dem 1. März anbietet. Bundesweit hätten sich bereits 12 000 Ärzte verpflichtet, auf Scheininnovationen zu verzichten und statt dessen Generika zu verordnen. Fiedler rechnet damit, dass sich 1,4 Millionen Barmer-Versicherte an dem Modell beteiligen werden. Diese müssen bei Krankheit zunächst ihren Hausarzt und eine Hausapotheke aufsuchen. Im Gegenzug müssen sie nur einmal im Jahr Praxisgebühr zahlen.

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