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Coordination gegen BAYER-Gefahren kritisiert gefährliche Chemieproduktion

Für Ausstieg aus der Chlorchemie

Einer Pressemitteilung der "Coordination gegen BAYER-Gefahren" zufolge protestieren US-amerikanische Umweltverbände gegen Emissionen des Chemiewerks Addyston im Bundesstaat Ohio. Die Proteste in Addyston kulminierten, "als das Unternehmen Lanxess im vergangenen Dezember einräumen musste, dass bei einer Störung im Oktober eine halbe Tonne Acrylnitril ausgetreten war". Obwohl zur selben Zeit in unmittelbarer Nähe ein Volksfest mit hunderten von Besuchern stattgefunden habe, sei die Öffentlichkeit erst Wochen später informiert worden. "Acrylnitril ist krebserzeugend und kann die Lungen- und Nervenfunktion schädigen", schreibt die BAYER-kritische Organisation. Im Dezember traten bei einem weiteren Störfall erneut 700 Pfund der Chemikalie aus. Eine großräumige Untersuchung der Gesundheit der Bevölkerung habe erneut nicht stattgefunden. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert, gefährliche Stoffe wie Stoffe wie Acrylnitril oder Phosgen nicht in der Nähe von Wohngebieten zu produzieren. Darüber hinaus verlangt die Organisation einen generellen "Ausstieg aus der Chlorchemie".

Im Chemiewerk Addyston wurden in den letzten neun Jahren offenbar 63 Unfälle mit giftigen Chemikalien gezählt. Auch im "Normalbetrieb" emittiere das Werk "hohe Mengen Schwefeldioxid, Stickoxide, Kohlenmonoxid und Feinstäube - pro Jahr mehr als 700 Tonnen", schreibt die Anti-BAYER-Coordination.

Die Kunststoff-Fabrik wurde 1996 von der BAYER Corporation übernommen. Nach der Ausgliederung der Chemie-Sparte des Konzerns im vergangenen Herbst gehört es nun zur Lanxess AG. Nach Angaben der Coordination gegen BAYER-Gefahren werden die Aktien der Lanxess AG noch immer im wesentlichen von der Bayer AG und von Aktionären der Bayer AG gehalten. Aufgrund des freien Handels mit Lanxess-Aktien kämen zunehmend weitere Aktionäre hinzu. Lanxess setze zudem einen Großteil seiner Produkte bei Bayer ab.

In einer Erklärung der "Ohio Citizen Action", einem Umweltverband mit mehr als 100.000 Mitgliedern, heißt es: "Das Werk befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft von einem Kindergarten und einer Grundschule. Allein im letzten halben Jahr gab es 16 Unfälle, neun Mal traten giftige Chemikalien aus." Die Organisation fordert die Firma auf, die Kontamination der Umgebung zu stoppen und die Kommunikation mit der Nachbarschaft zu verbessern. Mitglieder des Verbands sandten rund 11.000 Briefe an das Unternehmen und forderten ein Ende der Verschmutzung von Luft und Wasser. Auch die US-Umweltbehörde EPA nahm offenbar eine Untersuchung des Werks vor.

Nach Auffassung von Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren hat "die Vernachlässigung von Gesundheit und Umwelt zugunsten von Konzernprofiten bei BAYER und LanXess System". Durch die angekündigten Sparmaßnahmen werde die Sicherheitslage in den Lanxess-Werken voraussichtlich noch prekärer. "Die Produktion gefährlicher Stoffe wie Acrylnitril oder Phosgen hat nichts in der Nähe von Wohngebieten zu suchen". Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert einen Ausstieg aus der Chlorchemie. Der Verein hat in den vergangenen 25 Jahren eine endlose Liste von Unfällen und Beinahe-Katastrophen bei Bayer dokumentiert.

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