Vogeljagd

Zugvögel erreichen selten ihre Brutgebiete

Mit dem Frühlingsanfang kehren die Zugvögel zurück: Sie sind auf ein intaktes und eng geknüpftes Netz von Rastplätzen angewiesen. Doch diese verschwinden immer mehr aus Europa, kritisierte Claus-Peter Hutter, Präsident der Umweltstiftung Euronatur. Das geschehe durch Landschaftszerstörung aller Art. Aber nicht nur dadurch seien Zugvogel bedroht: Nach wie vor sei würden die Vögel auf ihrer Reise gejagt. Allein im Libanon würden jährlich 20 bis 25 Millionen Patronen verkauft. Das sei "eine unvorstellbare Zahl für ein Land, das kleiner ist als Schleswig-Holstein und nur wenig mehr Einwohner als Berlin hat", sagte Hutter.

In den meisten Ländern sei die Vogeljagd mit vielen anderen Wirtschaftszweigen verknüpft. Ausländische Schützen würden bis zu 50 Euro am Tag zahlen, um in der Grenzregion zwischen Albanien und Montenegro legal Jagd auf so selten gewordene Arten wie Knäkente und Feldlerche zu machen.

Eine Verbesserung der nationalen Jagdgesetze sei dringend erforderlich, fordern die Vogelschützer. Zu den schärferen Gesetzen in den betroffenen Regionen sollten Schutz- und Entwicklungskonzepte erarbeitet werden, um alternative Einkommensquellen für die Bevölkerung zu schaffen - etwa durch Aktivitäten im Ökotourismus. Es solle aufgezeigt werden, dass der "Wert" eines lebenden Vogels größer sei als der eines toten.

Ökotourismus könne dazu beitragen, Zugvögel und deren Lebensräume langfristig zu schützen und biete gleichzeitig ein wirtschaftliches Standbein für die Bevölkerung vor Ort. So würden Mensch und Natur in ganz Europa von den lebenden Vögeln profitieren, heißt es bei Euronatur.

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